Mi, 19. Dezember 2018

Ausbau beschlossen

21.03.2012 11:20

Wiener U1 wird vorerst nur bis Oberlaa verlängert

Nun ist es fix: Die Wiener U-Bahn-Linie U1 wird in Richtung Süden vorerst nicht - wie ursprünglich geplant - nach Rothneusiedl, sondern nur bis zur Therme Oberlaa verlängert. Insgesamt kommen fünf Stationen dazu. So wird die Linie künftig vom Reumannplatz aus die Stationen Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse, Neulaa und die künftige Endstation Oberlaa anfahren. Die Eröffnung der 4,6 Kilometer langen Strecke ist für das Jahr 2017 geplant.

Der Ausbau schlägt dabei insgesamt mit rund 600 Millionen Euro zu Buche. Die Kosten teilen sich – wie bisher bei U-Bahn-Projekten – der Bund und die Stadt je zur Hälfte. Die Oberlaa-Variante komme damit um etwa 200 Millionen Euro billiger als die ursprünglich geplante Option nach Rothneusiedl bis 2015. Die Kostenfrage sei aber nicht der Grund für die nun fixierte Trassenvariante gewesen, versicherte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ).

Vielmehr habe man sich entschieden, Rothneusiedl vorerst nicht anzubinden, da der Stadtteil nicht so schnell entwickelt werde, wie einst angenommen. "Wir hängen an der Grundstücksverfügbarkeit", so Brauner bezugnehmend auf hohe Grundstückspreise. "Die Option Rothneusiedl bleibt aufrecht", betonte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne): "Ich gehe davon aus, dass dort die Entwicklung in den nächsten Jahren vorangeht." Ein Zeithorizont konnte heute jedoch nicht genannt werden.

Technische Option für Ausbau bleibt bestehen
"Mit der Entscheidung für die Endstelle Oberlaa binden wir nicht nur die Therme Wien, sondern auch die Bewohnerinnen des südöstlichen Teils der Hansson-Siedlung und viele tausend Menschen an Wiens beliebtestes und schnellstes öffentliches Verkehrsmittel - die U-Bahn - an", warb Brauner für das Großprojekt. Allein 21.000 Menschen würden zusätzlich von der Führung nach Oberlaa profitieren.

"Mit dem Ausbau der Infrastruktur und der günstigen Jahreskarte werden wir den Vorsprung weiter ausbauen", ergänzte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Die Entscheidung für die Endstelle Oberlaa sei im Hinblick auf Stadt- und Verkehrsentwicklung richtig. "Mit der technischen Option auf einen Ast nach Rothneusiedl können wir aber jederzeit flexibel auf das Wachstum der Stadt reagieren", so Vassilakou.

Um sich die Option Rothneusiedl offenzuhalten, bauen die Verkehrsbetriebe dort, wo die Trasse Richtung Neu- und Oberlaa abbiegt, eine Weichenanlage ein. Sollte die entsprechende Verlängerung zur anderen Seite hin mittel- oder langfristig tatsächlich realisiert werden, würden dann die Züge alternierend nach Oberlaa und Rothneusiedl fahren.

Strecke teilweise in Tunnels und ebenerdig
Die nun fixierte Strecke nach Oberlaa umfasst fünf neue Stationen: Ab dem Reumannplatz wird die U1 über die Haltestellen Troststraße und Altes Landgut bis zur Alaudagasse in Tunnelröhren fahren. Danach folgt ein kurzes Stück ebenfalls unterirdisch, allerdings in offener Bauweise. Der letzte Teil der Trasse verläuft schließlich ebenerdig. Eine Fahrt von Oberlaa zum Stephansplatz soll in fünf Jahren nur mehr eine knappe Viertelstunde dauern.

Die U1-Verlängerung bringt auch Änderungen im Straßenbahnnetz mit sich. Konkret wird die Bim-Linie 67 dann anders geführt, da sie ansonsten parallel zur neuen U1-Strecke verlaufen würde. Die genaue künftige Route des 67ers stehe derzeit noch nicht fest, hieß es seitens der Verkehrsbetriebe.

19 Stationen auf 14,7 Kilometern
Die U1 erstreckt sich derzeit über 14,7 Kilometer und fährt dabei zwischen Reumannplatz und Leopoldau 19 Stationen an. Das erste Teilstück der Strecke wurde am 25. Februar 1978 in Betrieb genommen und verband den Reumann- mit dem Karlsplatz. Im November des gleichen Jahres folgte die Freigabe bis zum Stephansplatz, im November 1979 bis zum Nestroyplatz. Am 28. Februar 1981 kam die Station Praterstern hinzu, im September 1982 schließlich die Verlängerung bis nach Kagran. Dann stand für viele Jahre keine Erweiterung an, bis beinahe auf den Tag genau 24 Jahre später, am 2. September 2006 das Teilstück Kagran-Leopoldau für den Verkehr freigegeben wurde.

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