Di, 19. Juni 2018

Voll auf die Zwölf

08.03.2012 13:29

Ein echter Wadl-Brecher: "UFC Undisputed 3"

Manche empfinden Boxen bereits als eine Vorstufe zur Barbarei, bei der sich zwei mit Testosteron vollgepumpte Kämpfer gegenseitig sinnlos bis zur Bewusstlosigkeit prügeln. Umso mehr sorgte das wesentlich brutalere Ultimate Fighting für europaweiten Diskussionsstoff. Obwohl oder gerade weil die Fernsehausstrahlung nicht überall gestattet ist, gibt es mittlerweile eine treue Fangemeinde, die Publisher THQ nun mit dem neuen "UFC Undisputed 3" bedient.

Dessen Vorgänger bestachen bereits durch eine gute Präsentation und einen teilweise fast schon erschreckenden Realismus. In "UFC Undisputed 3" wurde dieser noch einmal erhöht, worauf bereits die Presseaussendung deutlich hinweist. Zu lesen ist dort unter anderem, dass nun auch die Schienbeine des Gegners brechen können. THQ muss sich daher durchaus die Frage gefallen lassen, ob es wirklich unbedingt notwendig ist, gerade dieses Feature als eines der Verkaufsargumente heranzuziehen. Nötig hätte es der Titel jedenfalls nicht, weist er doch eine durchwegs hohe handwerkliche Qualität und einen großen Spielumfang auf.

Die grafische Präsentation und die Animationen wurden weiter verbessert. Mit großer Akribie haben die Entwickler auch die kleinsten Details eingearbeitet: So beginnen die Kämpfer, von denen es in Summe 150 lizensierte gibt, etwa zu schwitzen und auch Blut fließt bei harten Treffern mitunter, ehe es in Form von unschönen Tropfen auf dem Ringboden landet. Die Aufmachung vor den Kämpfen kommt einer Fernsehübertragung gleich und beinhaltet neben dem Ringeinmarsch auch Vorberichte zu den Kämpfen mit kurzen Einspielungen. Und sogar die Kommentare der Sprecher wissen im Gegensatz zu so manch anderem Sportspiel zu gefallen.

Neue Steuervariante für Einsteiger
Spielerisch war die "UFC"-Serie gerade für Anfänger bislang immer eine Herausforderung. Die komplexe Steuerung zu erlernen, erforderte ein gewisses Maß an Geduld und Sitzfleisch. Das Tutorial bietet zwar eine willkommene Hilfestellung, wirkt aufgrund der vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten aber ziemlich langatmig. Zudem blieb immer nur ein Teil der Kombinationen im Oberstübchen hängen. Für Neueinsteiger gibt es daher nun – endlich - auch eine abgespeckte Steuerungsvariante, die schnellere Erfolge im Ring verspricht.

Am eigentlichen Spielprinzip wurde glücklicherweise kaum gerüttelt: Für Arcade-Fans, die einfach wild drauflosprügeln wollen, ist "UFC Undisputed 3" nach wie vor das falsche Spiel. Ein taktisches, wohlüberlegtes Vorgehen ist für einen erfolgreichen Kampf unerlässlich – was nicht zuletzt auch der KI der computergesteuerten Gegner zu verdanken ist, die sich nicht so einfach geschlagen gibt.

Neben den UFC-Kämpfen, die auch wieder historische Kampfpaarungen beinhalten, wurde für den neuen Teil eine weitere, bereits eingestellte Veranstaltung hinzugenommen: die Pride-Serie, eine aufgrund des lockeren Regelwerks verschärfte UFC-Variante. Herzstück des Spiels ist und bleibt aber weiterhin der Karriere-Modus.

Fighter zum Selberbasteln
Wer gerne einen eignen Sportler erstellt, kann sich im gebotenen Editor so richtig austoben. Die weniger Kreativen wählen einfach einen der vorhandenen Kämpfer. Am Anfang gilt es, zur Einschätzung des Schwierigkeitsgrades ein paar Aufgaben zu absolvieren, die Einstiegshürde ist jedoch nicht frustrierend hoch. Erst im weiteren Verlauf wird die Herausforderung spürbar größer. Die Attribute des eigenen Kämpfers können durch Training, Camps oder Strategietüfteleien jedoch verbessert werden. Leider geschieht das allerdings recht unspannend über ein paar Klicks in wenig attraktiven Menüs.

Ein wesentlicher Faktor für den angehenden Champion sind außerdem Sponsoren. Dieser Aspekt wurde in "UFC Undisputed 3" nicht außer Acht gelassen. Bis zu zehn Partner können sich für Werbung einkaufen. Treue zahlt sich zusätzlich aus: Das Ansehen beim Sponsor nimmt zu und es winken neue Gegenstände im Shop.

Alleine zu spielen ist naturgemäß irgendwann fad - die Kämpfe gegen menschliche Gegner sind durch nichts zu ersetzen. Im Online-Teil kann man sich daher entsprechend austoben. Mit Freunden schließt man sich zu einem Camp zusammen und tritt gegen andere an.

Fazit: "UFC Undisputed 3" glänzt durch ein paar wesentliche Verbesserungen. Einerseits wurden die Qualität der Präsentation und der Spielumfang weiter gesteigert, andererseits wurde die Hürde für Einsteiger durch eine vereinfachte Steuerung merkbar gesenkt. Potential für Verbesserung ist vor allem im Karriere-Modus noch vorhanden, unterm Strich ist "UFC Undisputed 3" jedoch besser als sein Vorgänger und nach wie vor das Nonplusultra für alle UFC-Fans und die, die es noch werden wollen. Für Kinderhände ist das Spiel aufgrund der realitätsnahen Darstellung jedoch nicht geeignet.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3
Publisher: THQ
krone.at- Wertung: 9/10

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