Mi, 20. Juni 2018

Kampf ums Moussaka

01.03.2012 14:37

Findige Griechen trotzen den hohen Kartoffelpreisen

Not macht bekanntlich erfinderisch. So auch in Griechenland, wo findige Lokalpolitiker und Bürger ob der anhaltenden Schuldenkrise nun neue Wege gehen, um Lebensmittel günstiger einzukaufen: Städte und Gemeinden bestellen etwa die für das griechische Nationalgericht Moussaka so wichtigen Kartoffeln zunehmend direkt beim Hersteller. Und umgehen so den Handel.

Beispielsweise lassen sich Kartoffeln für 25 Cent das Kilo direkt beim Bauern einkaufen, in Supermärkten kosten sie zwischen 60 und 70 Cent.

Wegweisend war die nordgriechische Kleinstadt Katerini. Der Stadtrat bestellte vergangene Woche direkt beim Produzenten in der Ortschaft Nevrokopi, wo traditionell die besten Kartoffeln Griechenlands herkommen. Die Ware wurde für 25 Cent das Kilo auf dem Marktplatz verkauft - und Lebensmittelhändler sahen sich gezwungen, ihre Preise zu senken.

Bürgermeister: "Schutzschirm aufspannen"
Inzwischen eifern andere Orte wie die Athener Vorstadt Pallini dem Beispiel nach. Die Bürger wurden gefragt, wie viele Kilos sie brauchen. "Die Kartoffeln werden uns wegen der Entfernung 28 Cent kosten. Sie sind aber bedeutend billiger als in den Supermärkten", sagte der Bürgermeister von Pallini, Athanasios Zoutsos, im Fernsehen. "Wir wollen einen Schutzschirm für die Bürger aufspannen. Die Gesellschaft kann sich selbst organisieren und versorgen."

Interesse zwang Website in die Knie
Auch andere Städte kündigten an, sich der Bewegung anschließen zu wollen und künftig auch Reis, Olivenöl und andere Produkte direkt bei den Produzenten auf Kreta und der Halbinsel Peloponnes zu bestellen. Das Interesse der Bürger war sogar so groß, dass die Internetseite von Pallini am Donnerstag zusammenbrach.

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