05.02.2012 14:33 |

"Reaktor gesprengt"

Skurril-Werbespot: Israelische Firma erzürnt den Iran

Mossad-Agenten, verkleidet als Frauen, ein Samsung-Tablet und ein explodierender iranischer Atomreaktor: Aus diesen Zutaten hat eine israelische Kabelfernsehfirma einen bizarren Werbespot gemixt. Der Videoclip, der sich rasant im Netz verbreitet, erzürnt derzeit die Gemüter in der islamischen Repubik.

Der Werbeclip kommt zu einem brisanten Zeitpunkt, spielt er doch auf die Gerüchte an, Israel plane einen Erstschlag gegen das iranische Atomprogramm. In dem Video sind vier als Frauen verkleidete Mossad-Agenten zu sehen. Schlecht geschminkt und mit Kopftuch laufen sie durch ein verstaubtes Nest, angeblich in der Nähe der iranischen Metropole Isfahan.

"Frau" sprengt Atomreaktor per Tablet-PC
"Bist du vom Mossad?", fragt einer aus dem Quartett einen Mann, der gelangweilt in einem Café sitzt. Dessen Antwort: "Psst." Der Mann heißt "Shushu", ist seit zwei Monaten inkognito im Land und vertreibt sich die Zeit damit, israelische Fernsehsendungen auf seinem neuen Tablet des südkoreanischen Herstellers Samsung anzuschauen. Plötzlich drückt eine der "Frauen" auf eine Applikation des Tablets - und im Hintergrund fliegt ein iranischer Atomreaktor mit lautem Knall in die Luft.

Abgeordneter: "Video stellt den Iran als primitiv dar"
Produziert hat den Werbespot der israelische Kabelfernsehanbieter Hot. In Teheran löste der Videoclip einen Sturm der Entrüstung aus. Das Video stelle den Iran als "primitiv" dar und Israel als "machtvoll genug, um das iranische Nuklearprogramm mit Leichtigkeit zu zerstören und dessen Atomwissenschaftler zu töten" - was natürlich ganz und gar nicht der Wahrheit entspreche, zitierte die israelische Tageszeitung "Haaretz" einen namentlich nicht genannten iranischen Abgeordneten.

Boykott aller Samsung-Produkte gefordert
Der Abgeordnete habe sich laut dem Zeitungsbericht zudem dafür ausgesprochen, man solle die Handelsbeziehungen zu Südkorea abbrechen - schließlich stamme das Samsung-Tablet in dem "beleidigenden" Werbespot aus diesem Land. Für einen "Boykott aller Samsung-Produkte" sprach sich auch Arsalan Fathipour gegenüber dem US-Fernsehsender "CNN" aus. Fathipour ist der Vorsitzende des Energieausschusses des iranischen Parlaments.

Samsung: "Ohne Wissen oder Beteiligung produziert"
Tablet-Hersteller Samsung reagierte sofort mit einer Klarstellung: "Diese Werbung wurde vom Kabelanbieter Hot ohne Wissen oder Beteiligung von Samsung produziert", heißt es in einer Mitteilung, die das iranische Büro des südkoreanischen Konzerns veröffentlicht hat.

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