Wettcafé-Überfall

Räuber verteidigt sich: DNA-Test und Video “lügen”

Österreich
20.01.2012 12:24
Gestochen scharfe Bilder aus der Überwachungskamera, ein positiver DNA-Abgleich und die einwandfreie Identifizierung durch einen Zeugen - all das hat einen wegen des Überfalls auf ein Grazer Wettcafé angeklagten Tschetschenen (43) am Freitag am Grazer Straflandesgericht nicht beeindrucken können. Er leugnete strikt, mit dem Überfall etwas zu tun und rund 20.000 Euro erbeutet zu haben. Der Schöffensenat ließ sich jedoch nicht beirren und verurteilte den Mann zu acht Jahren Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 43-Jährige war bereits wegen eines früheren Raubüberfalls zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, hatte sich aber wegen diverser Einsprüche kurze Zeit auf freiem Fuß befunden. Diese Zeit nützte er offenbar, um mit einer Gaspistole das Wettcafé in Graz zu überfallen. Er schoss mit einer Gaspistole in die Luft und brachte dann die geschockte Kellnerin dazu, ihm rund 20.000 Euro auszuhändigen. Dann flüchtete er nach Belgien, wo er schließlich verhaftet wurde.

"Da sieht man aber Ihr Gesicht recht gut"
Der Angeklagte fühlte sich in keiner Weise schuldig. "Möglicherweise war ich in Graz, aber nicht in dem Café", beteuerte er. Richterin Sandra Berzkovics hielt ihm die Standbilder aus der Überwachungskamera hin und fragte: "Sind das Sie?" - "Glaub ich nicht", meinte der Beschuldigte. "Da sieht man aber Ihr Gesicht recht gut", gab die Richterin zu bedenken.

Auf der Patrone aus der Pistole wurde zudem seine DNA entdeckt, was den Tschetschenen aber auch nicht beeindruckte. "Das ist die Meinung vom Gericht", meinte der Angeklagte. "Das ist das Ergebnis eines Abgleichs mit der Datenbank und keine persönliche Meinung von mir", wurde die Richterin darauf etwas schärfer. Die Kellnerin identifizierte den Mann einwandfrei.

Angeklagter: Zeugin von Haftrichter instruiert
Sie sei vom Haftrichter instruiert worden, das zu sagen, so der Beschuldigte. "Das war bei meinem anderen Verfahren auch so", erklärte er. "Das ist ja ein Justiz-Skandal, den Sie da aufdecken", meinte die Richterin unbeeindruckt.

Der 43-Jährige wurde nach nur siebenminütiger Beratung des Schöffensenats zu acht Jahren unbedingter Haft verurteilt und kündigte sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
20.01.2012 12:24
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt