06.01.2012 09:13 |

Hohe Lawinengefahr

Orkan raste mit über 100 km/h über Westösterreich

Orkanartige Windböen mit Spitzen von mehr als 100 km/h und Neuschnee haben in der Nacht auf Freitag den Westen Österreichs heimgesucht. Das Sturmtief "Andrea" sorgte für umgeknickte Bäume und zerstörte Stromleitungen, durch die Schneefälle besteht außerdem hohe Lawinengefahr.

Vor allem in Teilen Tirols führte der Sturm in der Nacht zum Dreikönigstag zu einem Anstieg der Lawinengefahr. Die Experten des Landes rechnen nicht mit einer raschen Entspannung der Situation. Auf höher gelegenen Verkehrswegen besteht derzeit entweder Kettenpflicht oder die Straßen sind vollständig gesperrt.

Nach Angaben der Tiwag-Netz-AG wurden in mehreren Bezirken Nordtirols Mittelspannungsleitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt. Dadurch konnten in den späten Abendstunden 195 Trafostationen und damit rund 10.000 Haushalte nicht versorgt werden. Die Montagetrupps des Stromversorgers arbeiteten auf Hochtouren, um die Versorgung wiederherzustellen. Am Freitag waren aber immer noch etwa 4.000 Haushalte ohne Strom.

Sturm erreichte am Donnerstagabend Vorarlberg
Auch Vorarlberg hat das Sturmtief einen sehr unruhigen Donnerstagabend beschert, in der Nacht auf Freitag ließ der Wind aber deutlich nach. Nach 50 Zentimeter Neuschnee und bei großer Lawinengefahr der Stufe 4 waren am Freitag mehrere Straßen gesperrt, am Arlberg waren Stuben, Zürs, Lech und Warth sowie im Montafon Gargellen vorübergehend nicht erreichbar. Verletzt wurde niemand, hieß es bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL).

Nach Angaben der RFL absolvierten die Feuerwehren seit dem späten Donnerstagnachmittag 150 Einsätze im ganzen Land, davon 18 in der Nacht auf Freitag. Größtenteils mussten die Feuerwehrleute umgeknickte Bäume beseitigen bzw. verlegte Straßen frei räumen. "Dramatische Einsätze" habe es aber keine gegeben.

Dennoch nahm die Arbeit kein Ende: Im Bregenzerwald etwa geriet in Alberschwende laut Sicherheitsdirektion ein Kamin eines Hauses nach einem Blitzeinschlag in Brand, das Feuer wurde aber rasch gelöscht. In Egg wurde das Dach einer Schaubrennerei auf einer Länge von sechs Metern abgedeckt. Weitere Einsätze gab es im Bezirk Feldkirch, wo ein Kamin einbrach, oder auch in St. Gallenkirch (Montafon), wo auf einem Campingplatz Bäume auf zwei Wohnwagen stürzten und diese unbewohnbar machten. In Bludesch (Bezirk Bludenz) entstand eine gefährliche Situation durch ein rund 30 Meter langes Carport, das durch orkanartige Böen umgeweht wurde.

Salzburg blieb von größeren Schäden verschont
In Salzburg richtete "Andrea" laut Polizei keine größeren Schäden an, wegen der kräftigen Windböen am Donnerstagabend mussten von den Feuerwehren einige umgestürzte Bäume entfernt werden. Mehr Sorgen bereitete den Einsatzkräften hingegen der Neuschnee. Wegen akuter Lawinengefahr mussten Freitag früh mehrere Straßen aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, auf höhergelegenen Routen bestand für alle Fahrzeuge Schneekettenpflicht.

Auch in den Niederungen herrschten winterliche Fahrverhältnisse vor. Feuerwehrleute hatten seit Donnerstagabend alle Hände voll zu tun, um hängengebliebene Lastwagen und Autos zu bergen. Auch am Freitagvormittag waren zahlreiche Straßen mit Schnee bedeckt.

Der Winter wird Salzburg auch weiterhin fest im Griff halten. "Die Sturmspitzen liegen hinter uns. Es bleibt die nächsten Tage aber windig und bis Dienstag niederschlagsanfällig", sagte Alexander Ohms von der ZAMG Salzburg. "In den Nordstaulagen, vom mittleren Pinzgau bis zum Salzkammergut, kommen jeden Tag zehn bis 20 Zentimeter Schnee dazu. In den Bergen bleibt es weiterhin tief winterlich." Die Lawinengefahr ist erheblich, in Teilen des Flachgaus sogar groß.

Windspitzen von 125 km/h in Oberösterreich
In Oberösterreich machte das Sturmtief in der Nacht auf Freitag zwar zahlreiche Einsätze der Feuerwehr nötig, doch größere Schäden blieben aus. Zumeist mussten umgestürzte Bäume von den Straßen entfernt werden, wie die Einsatzkräfte am Freitag bekanntgaben. Der Sturm erreichte in Waizenkirchen Windspitzen von 125 km/h.

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