02.01.2012 11:10 |

Obduktion der Leiche

Nach Gasexplosion: Nachbarhäuser unbewohnbar

Nach der Gasexplosion in einem Reihenhaus in der Wulzendorfstraße in Wien-Donaustadt hat am Montag die Begehung der Behörden mit der Feuerwehr am Unglücksort stattgefunden. Dabei wurde festgestellt, dass die beiden arg in Mitleidenschaft gezogenen Nachbargebäuden nicht mehr bewohnbar sind. Die bisher gefundenen Leichenteile - die Polizei geht davon aus, dass es sich um Hausbesitzer Peter K. handelt - werden nun gerichtsmedizinisch untersucht, so Sprecher Mario Hejl.

Wie Hanno Csisinko, der Sprecher von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, berichtete, sind alle Häuser für die Mieter gesperrt. Nun obliegt es dem Eigentümer, der Genossenschaft Siedlungsunion, ob und wie die Gebäude abgetragen bzw. wieder aufgebaut werden.

Das explodierte Haus befand sich in der Mitte einer Zeile mit drei weiteren Reihenhäusern. Die beiden unmittelbaren Nachbargebäude sind einsturzgefährdet, sagte Hannes Kirschner, ein Sprecher der Baupolizei. Das dritte Haus rechts außen könne zwar betreten werden, ist aber durch das Fehlen der Infrastruktur - Strom, Gas und Wasser sind abgeschaltet - unbewohnbar. Unter Aufsicht konnten sich die Mieter der drei Häuser ihre Habseligkeiten holen.

Feuermauer verhindert noch schlimmere Schäden
"Gott sei Dank, dass da nicht mehr passiert ist", sagte Andreas Krajsek, Leiter der Instandhaltung bei der Siedlungsunion. Laut Baupolizei hatten die Mieter der Häuser, die zum Zeitpunkt des Unglücks zu Hause waren, Riesenglück, weil es zwischen den Häusern eine einfache Feuermauer gegeben hat. "Dadurch ist der Kollateralschaden sehr gering geblieben", sagte Kirschner.

Krajsek von der Siedlungsunion rechnet damit, dass die unmittelbaren Nachbarhäuser wie das explodierte Haus neu errichtet werden müssen. Nur das vierte, ganz äußere Gebäude in der Zeile aus den 1930er-Jahren werde man retten können, sagte er. Der Schaden sei von der Versicherung gedeckt. In den kommenden Tagen warte man die Einschätzungen von Gutachtern und Sachverständigern ab. Alle anderen Bewohner der Wulzendorfstraße sind durch die Explosion nicht beeinträchtigt.

Betroffene ziehen in Notquartiere
Insgesamt müssen drei Familien aus den betroffenen Gebäuden neue Quartiere beziehen, sagte Walter Hillerer, Leiter des Dezernats für Sofortmaßnahmen. Die dreiköpfige Familie aus dem völlig zerstörten rechten Haus - zum Zeitpunkt der Explosion hatten sich eine Mutter und ihre Tochter in dem Gebäude aufgehalten, die beiden konnten in letzter Sekunde flüchten - werden in einer Dienstwohnung des SMZ Ost untergebracht. Die Familie aus dem linken Haus wird in eine Dienstwohnung im Wiener AKH ziehen. Die Frau, ihr Mann und ihr acht Monate altes Baby hatten einen Schutzengel. Sie waren zum Zeitpunkt der Explosion nicht zu Hause. Noch nicht gemeldet hat sich das Ehepaar aus dem weniger zerstörten Haus, es dürfte sich noch auf Urlaub befinden, sagte Hillerer.

Auch die Sozialunion bietet den Mietern Ersatzquartiere an. "Sie müssen schon rechnen, dass der Aufbau bis in den Herbst dauern wird. Frühestens", sagte Krajsek.

Obduktion zur Klärung der Identität des Toten
Der in den Trümmern entdeckte Tote ist so stark verkohlt, dass eine Klärung der Identität bisher nicht möglich war. Eine Obduktion der Leichenteile soll darüber nun Aufschluss geben, ob es sich um den Hausbesitzer handelt. Bisherige Ermittlungen ergaben, dass der 44-Jährige in Selbstmordabsicht die Gasleitung manipuliert hatte, so die Polizei. Der Haupthahn im Keller war aufgedreht, die Manschette entfernt.

Das Haus, das sich in einer Reihe mit drei weiteren befand, war am Silvestertag gegen 17 Uhr durch eine Explosion und einen folgenden Brand völlig zerstört worden. Anrainer berichteten, dass der Mann einige Tage vor dem Unglück Suizidabsichten geäußert habe. Laut Informationen der "Krone" könnte ein Beziehungsdrama der Auslöser für die Tat gewesen sein.

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