Mi, 15. August 2018

Italien-Skandal

13.12.2011 16:09

Massenhaft falsche Bio-Waren nach Österreich geliefert

Der mutmaßliche Großbetrug mit gefälschten Bio-Lebensmitteln in Italien hat - wie bereits vermutet - auch beträchtliche Auswirkungen auf Österreich. "Nach dem derzeitigen Kenntnisstand der italienischen Sicherheitsbehörden sind mehrere Hundert Tonnen Soja und in geringerem Umfang Raps von zwei der verdächtigen Unternehmen nach Österreich geliefert worden", bestätigte das Gesundheitsministerium um Dienstagnachmittag.

Bei den heimischen Empfängern handle es sich um zwei weiterverarbeitende Betriebe. Wie krone.at bereits vor einer Woche berichtete (Infobox), sollen die gefälschten Waren aber nicht gesundheitsschädlich sein. Die zuständigen Stellen der Bundesländer wurden laut Ministerium umgehend informiert. Die italienischen Behörden übermittelten allerdings noch keine Lieferlisten mit konkreten Warenbezeichnungen, Mengen oder Lieferzeitpunkten.

700.000 Tonnen ausgeliefert
Der Großbetrug war Anfang vergangener Woche in Verona aufgeflogen. Die Polizei beschlagnahmte rund 2.500 Tonnen falsch deklarierte Lebensmittel, sieben Personen wurden festgenommen. Insgesamt war seit 2007 von 700.000 Tonnen gefälschter Lebensmittel die Rede. Auch weitere europäische Länder seien beliefert worden, nach Deutschland etwa seien ebenso einige Hundert Tonnen Soja und Raps gelangt. Italienische Medien hatten auch Mehl, Weizen und Obst zu den beschlagnahmten Waren gezählt.

Skandal ist nun EU-Angelegenheit
Die Kontrollen der Lebensmittel unterliegen in Österreich den Bundesländern. Bio-Produkte werden durch staatlich zugelassene Stellen noch zusätzlich kontrolliert. Auf Druck mehrerer EU-Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, wurde laut Gesundheitsministerium erreicht, dass der Skandal beim Ständigen Ausschuss für Ökologischen Landbau in Brüssel kommende Woche behandelt wird.

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