Ein Ehepaar in Wernstein bewies ungeheuren Einsatz und enorme Tapferkeit. Die beiden fischten einen deutschen Radfahrer, der in den Inn gefallen war und völlig entkräftet und hilflos nachts im kalten Wasser trieb, mit einem Kanu aus dem Fluss.
Dass bei Katja und Christian A. regelmäßig nachts das Schlafzimmerfenster geöffnet ist, hat einem 44-jährigen Deutschen in Wernstein am Inn kürzlich das Leben gerettet. Sonst hätte das Ehepaar wohl nichts von der Notlage des 44-Jährigen mitbekommen.
So aber konnten die beiden sofort reagieren, als nachts vom Fluss her Geräusche zu hören waren. „Wir haben schon geschlafen. Meine Frau ist gegen 23.30 Uhr durch ein Stöhnen und Plantschen wach geworden und hat mich gleich geweckt“, erzählt Christian A., dessen Haus nur 30 Meter vom Inn entfernt liegt.
Tier vermutet
Das Paar (58 und 59) vermutete zuerst, es sei ein im Wasser treibendes Tier, das dringend Hilfe benötigt. Nur mit einem T-Shirt bekleidet rannte der Mann zum Steg, schnappte eine Rettungsboje und sprang in sein Kajak. Ehefrau Katja setzte sich aufs Fahrrad und fuhr parallel zu ihm das Ufer entlang.
Innfluss hatte nur 15 Grad Treibender reagierte nicht
„Es war stockdunkel - ich hab’ nichts gesehen, nur ab und zu ein Plätschern und Stöhnen gehört, das mir die Richtung vorgab.“ Als Christian A. nur mehr etwa zehn Meter von dem im nur 15 Grad kalten Inn treibenden Körper entfernt war, erkannte er einen Menschen. „Ich hab’ gerufen, doch er hatte keine Kraft mehr, zu antworten.“ Nach etwa 300 Metern warf er dem Treibenden die Rettungsboje dreimal zu, doch der Mann reagierte nicht. „Ich hab’ ihn dann mit dem Paddel herangezogen und wie einen Sack übers Kajak gehängt.“
Anrainer wachgeklingelt
Ehefrau Katja schrie am Ufer um Hilfe und klingelte Anrainer aus dem Schlaf. „Ich bin inzwischen in Richtung bayrisches Ufer abgetrieben worden, musste aber zurück auf die österreichische Seite, weil nur die bewohnt ist“, schildert Christian A. die überaus kräfteraubende Paddelfahrt.
Bereits aus der Entfernung gab er aber Anweisungen, dass Decken bereitgehalten, der erschöpfte Mann von den nassen Kleidern befreit, massiert, eingewickelt und vital gehalten werden müsse. „Ich hab’ ihn den Helfern am Ufer übergeben, weil ich mit dem Kajak dort nicht hochklettern konnte.“
Stark unterkühlt ins Spital
Als sich der Gerettete, der stark unterkühlt war, ein wenig erholt hatte, nannte er seinen Vornamen Alexander und sagte dreimal Danke. Rettungskräfte übernahmen den Deutschen und brachten ihn ins Klinikum Passau. Der 44-Jährige ist außer Lebensgefahr. Wie sich herausstellte, war er etwa 1,5 Kilometer oberhalb mit dem Fahrrad in den Inn gestürzt. „Der Mann hatte unglaubliches Glück und 1000 Schutzengel. Er wäre selbst nicht mehr ans Ufer gekommen“, so Christian A.
Die beiden Lebensretter fanden nach der aufregenden Nacht anschließend kaum Schlaf: „Am nächsten Tag war es aber ein tolles Gefühl, dass wir helfen konnten.“









Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).