Kanada in Flammen

Hunderte Waldbrände: Rauch bereits in New York

Ausland
07.06.2023 13:24

Hunderte Feuer wüten derzeit in Kanada. Besorgt bereitet sich die Regierung des nordamerikanischen Landes nun auf eine besonders heftige Waldbrandsaison vor. Mittlerweile hat der Rauch sogar die US-Metropole New York in einen nebligen Schleier gehüllt.

„Unsere Modellrechnungen zeigen, dass es in diesem Sommer eine besonders heftige Waldbrandsaison geben könnte“, sagte Premierminister Justin Trudeau am Montag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Ottawa. Indikatoren dafür seien unter anderem die anhaltende Dürre sowie Prognosen für längere Warmwetterperioden.

Klimawandel verantwortlich 
„Jahr für Jahr kommt es aufgrund des Klimawandels zu immer heftigeren Waldbränden - und sie beginnen, sich an Orten zu ereignen, an denen das normalerweise nicht der Fall ist.“ Bereits seit Wochen kämpft die Provinz Alberta in Kanadas Westen gegen verheerende Waldbrände. Auch in Québec im Nordosten des Landes sind zahlreiche Feuer aktiv. In der südöstlichen Provinz Nova Scotia hatte sich die Lage zuletzt wieder etwas entspannt.

In Nova Scotia mussten 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen. (Bild: APA/AFP/Nova Scotia Government/Handout)
In Nova Scotia mussten 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Mehr als die Hälfte außer Kontrolle 
Im Land gebe es nach Daten von Sonntagnachmittag 413 aktive Brände in mehreren Provinzen, mehr als die Hälfte davon seien außer Kontrolle, teilte die Regierung mit. Für etwa 26.200 Menschen galten demnach Evakuierungsanordnungen. Insgesamt habe es in diesem Jahr bereits über 2200 Brände gegeben, mehr als drei Millionen Hektar seien abgebrannt. 

Das ist mehr als elfmal so viel wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. „Wir erleben bereits jetzt eine der schlimmsten Waldbrandsaisons aller Zeiten und müssen uns auf einen langen Sommer einstellen“, sagte der Minister für Umwelt und Klimawandel, Steven Guilbeault.

In der Provinz British Columbia mussten die Feuerwehrleute mit extremem Wind kämpfen. (Bild: ASSOCIATED PRESS)
In der Provinz British Columbia mussten die Feuerwehrleute mit extremem Wind kämpfen.

Angesichts des Klimawandels warnen Experten, dass Waldbrände häufiger auftreten und mehr Zerstörungskraft entfalten werden. In den Prärieprovinzen im Westen Kanadas stieg die Durchschnittstemperatur nach Angaben des Ministeriums für Umwelt und Klimawandel seit Mitte des 20. Jahrhunderts um 1,9 Grad Celsius.

New York kämpft mit sehr ungesunder Luft 
Auch an der Ostküste der USA machen sich die zahlreichen Waldbrände bemerkbar. Der Rauch Hunderter Feuer im Osten Kanadas sei in südliche Richtung gezogen und nun in der US-Metropole New York angekommen, schrieb die „New York Times“ am späten Dienstagabend (Ortszeit). Auf Fotos war zu sehen, wie stark der Himmel über der Skyline von Manhattan eingetrübt war. Die Stadt sprach eine Warnung wegen schlechter Luftqualität aus.

New York ist momentan wohl nicht der beste Urlaubsort. (Bild: APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/SPENCER)
New York ist momentan wohl nicht der beste Urlaubsort.
Wegen der Rauchschwaden ist die Freiheitsstatue kaum mehr zu erkennen. (Bild: APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/SPENCER)
Wegen der Rauchschwaden ist die Freiheitsstatue kaum mehr zu erkennen.

Nach Messungen um 22.00 Uhr (Ortszeit) sagte New Yorks Bürgermeister Eric Adams laut einer Mitteilung, die Luft sei in Teilen der Stadt „sehr ungesund“ geworden, wie die Zeitung weiter berichtete. Auch in Kanadas Metropolen Ottawa und Toronto sowie in вут US-Staaten Minnesota und Massachusetts warnten Behörden die Einwohner demnach vor schlechter Luft.

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