Eine 23-jährige Polizeischülerin hatte wegen provokanter Beiträge auf ihren Social Media Accounts ihren Ausbildungsplatz in Vorarlberg verloren. Jetzt zog sie vor Gericht.
„Das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei ist unser Hauptanliegen. Ein hohes Maß an Sensibilität in Bezug auf Rassismus, Sexismus und Gewaltverherrlichung ist daher unabdingbar", so der Leiter der Polizeischule Vorarlberg. Und genau dagegen habe die 23-jährige Aspirantin mehrmals auf ihren sozialen Kanälen verstoßen. Dort präsentierte sich die attraktive Steirerin mal in ihrem schicken Mercedes, ein andermal im bauchfreien Top oder als Teilnehmerin einer Kampfsport-Fernsehshow.
Das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei ist unser Hauptanliegen. Ein hohes Maß an Sensibilität in Bezug auf Rassismus, Sexismus und Gewaltverherrlichung ist daher unabdingbar.
Der Leiter der Polizeischule Vorarlberg
Provokante Postings mit Waffen
Nach einem klärenden Gespräch mit ihrem Ausbildner an der Polizeischule löscht die Aspirantin schließlich die Beiträge. Die Steirerin, die bereits zuvor eine dreijährige Ausbildung beim Bundesheer absolviert hatte, postet jedoch später erneut Fotos, wenn auch mit anderem Inhalt. Einmal im Kampfanzug, mit Maschinenpistole im Anschlag, auf einem anderen Posting ist ihr Konterfei unterlegt mit Textpassagen eines Rappers: „Kippe Cristal ins Glas. Sie will Spaß. XXL ihr Arsch….“
„Schluss mit lustig“
Nachdem die Aspirantin auch noch ein Foto postet, das ihre Hand auf der Dienstwaffe zeigt, ist für die Vorgesetzten „Schluss mit lustig“. Die Landespolizeidienststelle wird informiert, die Polizeischülerin entlassen. „Sie hat den Auftrag einfach nicht verstanden“, so die Chefinspektorin und stellvertretende Schulleiterin.
Der Vorschlag der nunmehrigen Ex-Aspirantin, die vier Monate bis zur Fachprüfung noch im Ausbildungsdienst bleiben zu dürfen, um sich danach bei einem anderen Posten als Polizistin zu bewerben, wird abgeschmettert. Für den Klagsvertreter ist die rechtliche Voraussetzung für eine Entlassung jedenfalls nicht gegeben. Ob der Traum vom Polizeiberuf für die 23-jährige Steirerin doch noch in Erfüllung geht, bleibt abzuwarten. Fortsetzung folgt.
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