Schönste Wanderrouten

Hoch über der Messestadt

Vorarlberg
05.05.2023 14:25

Steil führt der Forstweg von der Dornbirner Ache bis auf das Plateau des Karren. Oben angekommen entlohnen eine fantastische Aussicht sowie ein Stopp im Panoramarestaurant.

Der Karren (971m) ist der Hausberg der Stadt Dornbirn und gehört zur Gruppe der Schutannenberge im Bregenzerwaldgebirge. Trotz seiner geringen Dominanz wird er auf amtlichen Kartenwerken als eigenständiger Berg geführt, seit er durch die Karrenseilbahn erschlossen ist. Bereits im Jahr 1892 ließ der Industrielle Viktor Hämmerle einen hölzernen Aussichtsturm auf dem südöstlich des Stadtteils Hatlerdorf gelegenen Berges errichten. Der Weg dorthin musste allerdings zu Fuß bewältigt werden.

Mit dem Bau eines Skiliftes am Bödele durch die Dornbirner Seilbahngesellschaft rückte schließlich auch der Karren ins Blickfeld des Fremdenverkehrs. Dornbirn war mittlerweile zu einer Wirtschaftsstadt herangewachsen, in der die Textil- und Bauindustrie boomte. Die 1949 neu gegründete, internationale Textilmesse „Dornbirner Export und Musterschau“ lockte zudem tausende Besucher aus dem In- und Ausland.

Ausblick bis zum Bodensee. (Bild: Bergauer)
Ausblick bis zum Bodensee.

Diesen Gästen wollte man ein weiteres Ausflugsziel bieten. Trotz zugesagter Gelder für den Bau einer „Luft-Seilbahn“ war die Finanzierung des Vorhabens in der Nachkriegszeit schwierig.

Infos und Tipps

Typ: steile, aber einfache Wanderung
Start: Talstation Karrenseilbahn, Dornbirn
Dauer: eine gute Stunde (einfache Strecke)
Ausrüstung: Laufschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung im Schichtprinzip, je nach Bedarf Wanderstöcke und Getränk
Einkehrmöglichkeiten: Panoramarestaurant am Karren, weitere Möglichkeiten in Dornbirn
Öffis: Buslinie 177 vom Bahnhof Dornbirn bis zur Karrenseilbahn
Die Seilbahn fährt im 15-min Takt ab 09:00 Uhr

Kein Helikopter, nur ein Klein-Lkw
Das erste Konzept sah vor, dass die Talstation in Mühlebach errichtet werden sollte, da man dort keine Stütze gebraucht hätte. Allerdings fehlte der entsprechende Raum für den Parkplatz, so entschied man sich für den Standort an der Dornbirner Ache bei der Enz. Der Bau gestaltete sich aufgrund der schweren Teile und des Fehlens eines Helikopters recht schwierig. In über 2000 Fahrten mussten die Materialien für die Bergstation mit einem Klein-Lkw über den steilen Karrenweg transportiert werden. Die größte Herausforderung stellte jedoch das Auslegen und Spannen der schweren Drahtseile dar. Dennoch konnte diese kraftraubende Arbeit innerhalb von drei Wochen bewältigt werden.

Im November 1956 wurde die Bahn schließlich feierlich eröffnet. Die kleine Kabine wog rund eine Tonne, bot aber nur Platz für 15 Fahrgäste. Die hohe Windanfälligkeit der Gondel führte zu vielen Fahrtunterbrechungen. Dennoch wurden während der rund 40-jährigen Betriebszeit etwa zweieinhalb Millionen Personen befördert.

1990 stand die veraltete Seilbahn kurz vor dem Aus, die Kostendeckung war mittlerweile problematisch geworden. Mit dem Verkauf von Stamm-Aktien an die Bevölkerung konnte jedoch der Bau der neuen Pendelbahn finanziert werden. Auch durch das 1995/96 von Architekt Leopold Kaufmann geplante Panoramarestaurant hat sich der Karren zu einem touristischen Aushängeschild der Messestadt entwickelt. Ein frei begehbarer Steg, die „Karrenkante“, ragt seit 2016 unter dem Gastronomiebetieb zwölf Meter über die Felsklippe hinaus und ist eine Attraktion für alle Schwindelfreien.

Für viele Einheimische ist der Gang auf den Karren mit einschließender Einkehr zu einem Ritual geworden. Der Schotterweg zwischen Tal- und Bergstation, der sich in der oberen Hälfte in eine steile und eine familienfreundlichere Variante aufteilt, ist eine gern genutzte Trainingsstrecke für Läufer und Wanderer. Beim Aufstieg zu Fuß werden rund 513 Höhenmeter überwunden.

Zeitnehmung wie bei einem Wettbewerb
Eine elektronische Zeitnehmung am Ausgangs- und Zielpunkt ermöglicht zudem eine exakte Laufzeitmessung. Ein Ausflug auf den Dornbirner Hausberg ist sicherlich kein Geheimtipp, aber zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel. Allein schon der Ausblick bis zum Bodensee und in die benachbarte Schweiz imponiert.

(Bild: Bergauer)

Pflanzenkunde

Das Buschwindröschen (od. Busch-Windröschen) gehört zur Gattung der Hahnenfußgewächse und ist im gemäßigten Eurasien verbreitet. Die vorsommergrüne, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von elf bis 25 Zentimetern. Die Blütezeit startet am Beginn des Erstfrühlings zwischen März und April und dauert oftmals bis Mai. Für gewöhnlich entwickelt das Buschwindröschen nur eine Blüte pro Exemplar. Die Pflanze kommt auf Höhen von bis zu 2000 Metern vor und bevorzugt mäßig frische bis feuchte, nährstoffreiche und tiefgründige Böden in sommergrünen Laubwäldern. Oft werden große Flächen von der gesellig wachsenden Art eingenommen. Im Garten gedeiht das Buschwindröschen am besten an ungestörten Plätzen unterhalb von Gehölzen. Volkstümlich wird die Pflanze auch als „Hexenblume“ bezeichnet, alle Teile sind giftig.

Zudem starten zahlreiche Wanderrouten, unter anderem ins Ebnit, in die Rappenlochschlucht oder in Richtung Staufen von der Bergstation der Karrenseilbahn. Das Hauptgestein des Karrens ist der sogenannte Schrattenkalk, welcher wiederum ein Teil der Säntisdecke des Helvetikums bildet. Am Dornbirner Hausberg gedeihen unter anderem Bestände von Waldkiefer, Mehlbeeren, Hunds-Rosen und Felsenbirnen sowie ein artenreicher Krautbestand, zu dem auch die stark gefährdete Breitblättrige Glockenblume zählt.

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