11,6 mal 3,9 Meter!

Skelett von Tyrannosaurus rex kommt unter Hammer

Ausland
10.04.2023 12:08

In Zürich kommt demnächst ein ganz besonderes Stück unter den Hammer, für das man nicht nur tief in die Tasche greifen muss, sondern auch viel Platz braucht: Ein Auktionshaus bietet ein Dinosaurier-Skelett eines Tyrannosaurus rex (T. rex) an. Um es unterzubringen, ist jedoch etwas mehr als eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung vonnöten. Es wird erwartet, dass der Verkauf mehrere Millionen Euro einbringt. 

Fünf bis acht Millionen Franken (5,06 bis 8,10 Millionen Euro) soll das Skelett bei der Auktion einbringen.  T. rex seien die Kassenschlager unter den Dinosauriern, sagt Paläontologin Katja Waskow vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn. „Dinos haben etwas Rätselhaftes, Mystisches, deshalb geht vielen Menschen bei dem Thema das Herz auf.“ Solche Skelette meistbietend zu versteigern, findet sie aber problematisch. „Ich sehe das kritisch, wenn das Skelett in falsche Hände gerät, und das kann man bei einer Versteigerung nicht ausschließen“, sagt sie. „Aber: Nicht jeder Privatmensch, der ein Dino-Skelett kauft, ist auf der bösen Seite.“

Die meisten privaten Stücke landen irgendwann in Museum
Dennis Hansen, Leiter der Sammlungen des Zoologischen Museums Zürich, hat kein Problem mit dem privaten Geschäft mit Dino-Skeletten. Skelette drohten sich zu zersetzen, wenn sie nicht geborgen würden. Wenn private Sammler dafür zahlten, sei das in Ordnung. Früher oder später landeten solche Skelette in Museen. „Wenn wir zwei bis drei Generationen warten müssen, bis ein privater Sammler oder sein Enkel dies einem Museum vermacht, ist das in Ordnung“, sagte er dem Auktionshaus. „Die Dinosaurier sind 65, 66 Millionen Jahre alt, was machen da schon ein paar Menschen-Generationen aus?“

Bis zu 40 T. rex-Skelette bislang gefunden
Insgesamt sollen nach einer Schätzung rund 2,5 Milliarden T. rex auf der Erde gelebt haben. Bisher wurden aber nur 30 bis 40 mehr oder weniger intakte Skelette gefunden, in den USA. „Der T. rex ist ein klassischer nordamerikanischer Saurier“, sagt Waskow. „Mitteleuropa war damals überwiegend unter dem Meer, eine Insellandschaft. Hier findet man eher Fossilien von Meeresbewohnern.“ Das erste T. rex-Skelett wurde 1900 in Wyoming entdeckt.

Berühmter T. rex „Sue“ ist 13 Meter lang
Das Exemplar, das in Zürich versteigert wird, heißt „TRX-293 Trinity“ (Dreieinigkeit), weil er aus drei Skeletten zusammengesetzt wurde. Sie wurden zwischen 2008 und 2013 in Montana und Wyoming ausgegraben. „Trinity“ ist in Privatbesitz. Nur rund 50 Prozent der Knochen sind Originalmaterial. Das sei eine gute Quote, sagt das Auktionshaus. Eines der berühmtesten T. rex-Skelette ist „Sue“, benannt nach Sue Hendrickson, die die Knochen 1990 in South Dakota entdeckte. Das 13 Meter lange Skelett hat 90 Prozent Originalknochen. Was auf amerikanischem Land gefunden wird, gehört dem Pächter oder Landbesitzer. Das Skelett wurde versteigert. Das Field Museum für Naturkunde in Chicago bekam 1997 für 8,4 Millionen Dollar (7,70 Millionen Euro) den Zuschlag.

Die Preise für Dino-Knochen schießen seit Jahren in die Höhe. „Stan“ zum Beispiel, 1992 in South Dakota von Stan Sacrison entdeckt, ist ein Skelett mit 70 Prozent Originalknochen. Das private Black Hills-Institut präparierte es und stellte es weltweit aus. 2020 ersteigerte das arabische Emirat Abu Dhabi „Stan“ für 31 Millionen Dollar. Es soll ab Ende 2025 in Abu Dhabi ausgestellt werden.

Geschäft mit Skeletten ruft auch Betrüger auf den Plan
Auf der Popularitätswelle reiten auch Scharlatane: Das Auktionshaus Christie‘s zog in Hongkong im November 2022 ein „Shen“ getauftes Skelett zurück, als Zweifel über den Gehalt an echten Knochen auftauchten. Der Präsident des Black Hills-Instituts entdeckte an vielen Stellen verblüffende Ähnlichkeit mit seinem „Stan“, von dem seit Jahren autorisierte Nachbildungen kursieren.

Auch im Museum für Naturkunde in Berlin ist ein T. rex-Skelett zu sehen. „Tristan Otto“ ist zwölf Meter lang, benannt nach den Söhnen der Eigentümer, die wohlhabender Unternehmer sind. Es hat etwa 50 Prozent Originalknochenmaterial und wurde 2010 in Montana ausgegraben. Die Unternehmer stellten es dem Museum als Leihgabe zur Verfügung.

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