17.05.2006 14:12 |

Tödliche Epidemie

In Angola wütet die Cholera

Drei Monate nach dem Ausbruch einer schweren Choleraepidemie in Angola sind mehr als 1.200 Menschen an der schweren Durchfallerkrankung gestorben. Mindestens 34.000 Angolaner gelten als infiziert, erklärte die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Mittwoch in Johannesburg. Sie forderte die Regierung und andere Organisationen auf, in allen betroffenen Gebieten sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen. Andernfalls könnte die Epidemie in dem westafrikanischen Land noch für Monate mit gleicher Stärke anhalten.

Die Epidemie begann im Februar in einem Elendsviertel der Hauptstadt Luanda. Seitdem hat sie sich in 11 der 18 Regionen Angolas ausgebreitet. Täglich treten nach MSF-Angaben zwischen 500 und 700 Neuinfektionen auf, und es sterben durchschnittlich zehn Menschen an der Krankheit.

Der katastrophale Zustand der Wasserversorgung und der sanitären Einrichtungen in Luanda und anderen Großstädten ist nach MSF-Einschätzung der Hauptgrund für die sich schnell ausbreitende Krankheit. In der Hauptstadt leben mehr als 4,5 Millionen Menschen, gut zwei Drittel von ihnen in Elendsvierteln ohne Zugang zu fließendem Wasser.

Im einstigen Bürgerkriegsland sind die Menschen vor dem Friedensschluss 2002 auch innerhalb Angolas kaum gereist. Daher konnte sich die Krankheit kaum außerhalb von Luandas Elendsvierteln ausbreiten. Entsprechend gibt es in der Bevölkerung heute wenig Widerstandskraft gegen die Erkrankung und nur geringes Wissen über den Schutz davor.