Private Feuerwerke

Nicht alles was kracht, bringt zu Silvester Freude

Oberösterreich
01.12.2022 18:30

Illegale Feuerwerkskörper entpuppen sich oft als lebensgefährliche „Bomben“, auch Tiere und Natur werden in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb appellieren nun Experten aus der Landwirtschaft, der Jägerei, des Umweltschutzes  und der Polizei auf die private Knallerei zu verzichten.

Wir wollen Feuerwerke nicht verbieten. Natürlich sollen die Menschen Silvester feiern“, stellt Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder einen Monat vor dem Jahreswechsel klar. Dennoch macht er darauf aufmerksam, dass private Feuerwerke eine nicht unerhebliche Belastung für Menschen, Tiere und Natur darstellen. So steigt etwa die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht auf das Zehnfache zum Wert des Nachmittag. In der Landwirtschaft hingegen werden die Überreste der Knallkörper zum großen Problem. Denn: Feuerwerkskörper bestehen zu 25 bis 37 Prozent aus pyrotechnischem Material, der Rest sind Karton, Kunststoff, Ton und Holz. Immer wieder gelangen die Plastikteile der Raketen ins Futter der Nutztiere und lösen schwere Verletzungen aus.

Böller im Motorraum
Das viel größere Problem ist jedoch, dass oftmals auch auf unerlaubte Kracher (ohne CE-Kennzeichnung) zurückgegriffen wird. Die Polizei wird deshalb wieder an der Grenze zu Oberösterreich kontrollieren. Immer wieder kommt es zu haarsträubenden Aktionen, um illegale Feuerwerkskörper ins Bundesland zu schmuggeln, wie Sprengstoff- und Pyrotechnikexperte der Polizei, Markus Kreilmeier, erzählt: „Wir haben jemand erwischt, der die hochexplosiven Raketen im Motorraum seines Autos transportiert hat.“

Rakete in Auto explodiert
Erst im Oktober ist es im Mühlviertel zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen, als in einem Auto ein Kracher explodierte. „Das war eine 200-Gramm-Rakete, deren Explosion im Umkreis von 1,5 Meter tödlich ist“, so Kreilmeier. In diesem Fall hatten die Autoinsassen großes Glück - der Beifahrer sprang gerade noch rechtzeitig aus dem Fenster, erlitt „nur“ Rissquetschwunden. Aber: Das 50.000 Euro teure Auto, in dem der illegale Feuerwerkskörper explodierte, war schrottreif. So ist es auch kein Wunder, dass in Österreich jedes Jahr 100ß Personen durch Feurerwerkskörper verletzt werden, davon 200 Kinder.

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