Illegale Baustelle

Debatte über sinkenden Wasserspiegel neu entfacht

Oberösterreich
29.11.2022 16:00

Am Almufer sorgt der Rückgang der Pegel in Brunnen für viel Wirbel. Baggerungen ohne eine behördliche Genehmigung beim Kraftwerk Reifenmühle heizen die Stimmung in Vorchdorf weiter an.

Entlang der Alm befinden sich auf knapp 50 Kilometern insgesamt 57 Kraftwerke. In dieser Dichte ist das einzigartig und öffnet Spekulationen Tür und Tor. So sind viele Brunnenbesitzer überzeugt, dass diese intensive Nutzung des Fließgewässers schuld am sinkenden Grundwasserspiegel ist. „Sich nur auf klimabedingte Veränderungen auszureden, wäre zu einfach. In unserem Brunnen ist innerhalb eines Jahres der Wasserstand um 40 Zentimeter zurückgegangen“, berichtet ein besorgter Hausbesitzer aus der Ortschaft Haresau (Gemeinde Vorchdorf) der „Krone“.

Keine Bewilligung für Arbeiten 
Seit einigen Wochen soll der Rückgang dramatische Ausmaße angenommen haben. Alarmstufe Rot herrscht aber seit wenigen Tagen: Beim 2017 errichteten Kraftwerk Reifenmühle rollten die Bagger, tonnenweise wurde Schotter abtransportiert. Wie sich herausstellte, wurden die Arbeiten ohne Genehmigung der Behörden durchgeführt. Trotz eines verhängten Baustopps soll weitergearbeitet worden sein.

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Es war mein Fehler. Ich musste aber wegen Gefahr im Verzug handeln.

Kraftwerks-Geschäftsführer

Der Geschäftsführer des Kraftwerks macht aus der fehlenden Bauerlaubnis auch keinen Hehl: „Es war mein Fehler. Ich musste aber wegen Gefahr im Verzug handeln. In den Einlaufrechen haben sich Stäbe gelöst, Holz und Fische hätten in die Turbine geraten können!“ Dass er dafür Schotter abtransportieren musste, erklärt er wie folgt: „Im Stauraum des Kraftwerks sammelt sich viel Material an, dieses löst sich beim Abstellen der Turbinen. Daran habe ich auch nicht gedacht.“

Bei Behörden angezeigt
Das überstürzte Handeln könnte den Mühlviertler teuer zu stehen kommen. Bei der Bezirkshauptmannschaft Gmunden wurde Anzeige wegen nicht genehmigter Baggerung und Entnahme von Schotter erstattet. Dass das Kraftwerk der Grund für die sinkenden Wasserpegel sei, dementiert der Geschäftsführer: „Ich entnehme kein Wasser. Unterhalb des Kraftwerks steht aber eine riesige Brunnenanlage!“

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