Dass die Vorarlberger Amateurtheater-Szene die lebendigste in Österreich ist, ist vor allem ihr zu verdanken: Dagmar Ullmann-Bautz.
Theater war seit jeher Dagmars Leidenschaft: „Schon in der Schule spielte ich gerne den Klassenclown, und als ich mit 16 zum ersten Mal auf der Bühne stand, wusste ich - das ist meins!“ Erst studierte sie Pädagogik und Psychologie. Für ihre Diplomarbeit ging Dagmar, die meist mehr für Praxis als für Theorie zu begeistern ist, ins Bregenzer Jugendzentrum Between, ließ ihr Diplom dann Diplom sein und arbeitete dort fortan als Sozialarbeiterin.
„Damals begann ich, mit Randgruppen wie Punks oder Drogenabhängigen Theaterstücke zu erarbeiten. Für manche der jungen Menschen war es das erste positive Feedback überhaupt“, erinnert sich Dagmar gerne an diese schöne, wenn auch schwierige Arbeit. Völlig ins Theaterleben mit all seinen Höhen und Tiefen konnte sie sich von 1990 bis 2020 als Geschäftsführerin des Landesverbandes der Amateurtheater stürzen: „Mit Seminaren brachten wir Referenten zu den verschiedenen Amateurtheater-Gruppen, worauf das Niveau entschieden stieg. Der Spaß ging trotzdem nicht verloren.“ Neben einer Steigerung der Qualität im Amateur-Bereich schaute Dagmar darauf, dass auch die reiferen und die noch recht frischen Jahrgänge Theaterluft schnupperten.
Schon in der Schule spielte ich gerne den Klassenclown, und als ich mit 16 zum ersten Mal auf der Bühne stand, wusste ich - das ist meins!
Dagmar Ullmann-Bautz
Theaterspielen für jede und jeden
„Senioren-Theater ist spannend. Die älteren Menschen erarbeiten ihre Stücke selbst und bringen, sei es eher ernst oder augenzwinkernd, die für sie relevanten Themen wie etwa das Altern auf die Bühne. Und im Bereich des Schultheaters waren wir das erste Bundesland, das sich zwei Schultheater-Coaches leistete. Vielleicht geht mein Traum, dass jeder Schüler einmal die Möglichkeit hat, auf einer Theaterbühne zu stehen, noch irgendwann in Erfüllung“, ist Dagmars Traum-Ziel.
Ihre persönlichen Theater-Ambitionen setzt sie auch mit ihrem „Anart Theater“ um. „Der Name ist aus dem Dialekt abgeleitet und bedeutet eine Art Theater“, scherzt die Harderin über ihr seit 33 Jahren funktionierendes Amateur-Ensemble. Mut beweist sie auch hier: Nach dem ironisch-makabren „Der wunderbare Massenselbstmord“, die letzte Produktion vor der Pandemie, steht 2023 ein Stück von Daniela Egger zum Thema Demenz auf dem Spielplan. Zudem hat sie sich dank zahlreicher Regiearbeiten, zuletzt für Annette Raschners True Crime-Groteske „Fünf zu Drei“, einen ausgezeichneten Ruf als Regisseurin erworben.
„Ich habe gesehen, wie manche Amateure zu Profis wurden. Vor allem aber spüre und liebe ich das Herzblut, das so viele in Theaterarbeit stecken. Ein wunderbares Erlebnis“, zieht die 62-jährige eine positive Bilanz...








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