Zahlen steigen weiter

Jeden Tag passiert ein Unfall mit Alko-Lenker

Oberösterreich
19.11.2022 08:00

Die Anzahl der Promille-Fahrer nahm in den vergangenen beiden Jahren sukzessive zu und erreichte im ersten Halbjahr traurigen Rekord. Experten warnen vor den Gefahren und bitten um erhöhte Vorsicht in der Punschzeit. Und auch vermeintliche „Promille-Killer“ taugen nichts.

Die Zahlen sind alarmierend, doch sie steigen immer weiter an: Nachdem bereits im Vorjahr die Zahl der Alko-Unfälle um rund 13 Prozent zugenommen hat, gibt es im heurigen ersten Halbjahr einen weiteren, rasanten Anstieg. Laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verursachten noch einmal um 40 Prozent mehr Promille-Fahrer auf Oberösterreichs Straßen einen Unfall, als noch im Jahr 2021. Die Anzahl erreicht mit 246 Unfällen einen traurigen, neuen Höhepunkt. 331 Landsleute wurden dabei verletzt, ein Mensch verstarb.

20- bis 29-Jährige als Haupttäter
Im Schnitt ereignen sich täglich 1,3 Unfälle mit rauschigen Lenkern. Wenig überraschend gab es an den Wochenenden, insbesondere in den Nachtstunden, die meisten Alkohol bedingten Unfälle. Am meisten gefährdet, sich betrunken hinter das Steuer zu setzen, sind Männer (86 Prozent) und da vor allem die 20 bis 29-Jährigen.

Und das Alarmierende: Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Zahl der Alko-Lenker in den vergangenen Jahren im zweiten Halbjahr immer höher war, als zu Beginn des Jahres. Mit ein Grund dafür können die Weihnachtsmärkte mit ihren süßen Verlockungen in Form von warmen Punsch sein.

Zitat Icon

Wer nicht auf den Konsum von Punsch und Glühwein verzichten will, der kann auf jeden Fall das Auto stehen lassen und auf die zahlreichen Öffi-Angebote im Land zurückgreifen.

Günther Steinkellner, Verkehrs-Landesrat

„Aufgrund der Süße wird die Wirkung von Punsch oft unterschätzt. Zudem kann der Alkoholgehalt je Punsch und Punschstand stark variieren. Die Devise ,Don’t drink and drive“ ist unbedingt zu beherzigen“, sagt Lina Mosshammer vom VCÖ. Bei dem Autofahrerklub warnt man vor allem vor dem „Morgen danach“. Obwohl man sich nüchtern fühlt, kann man auch nach Stunden noch Restalkoholbestände im Blut haben.

Das droht bei Alkohol am Steuer

Ab einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille sind zwischen 300 und 3700 Euro Verwaltungsstrafe fällig. Wer mehr als 0,8 Promille hat, zahlt 800 bis 3700 Euro. Bei der ersten Alkofahrt (ohne Unfall) ist der Führerschein für ein Monat weg - im Wiederholungsfall für mindestens drei. Ab 1,2 Promille zahlt man 1200 bis 4400 Euro und der Schein ist für mindestens vier Monate weg. Außerdem wird man zur Nachschulung geschickt. Ab 1,6 Promille steigt die Strafe auf 1600 bis 5900 Euro, der Führerschein ist für mindestens sechs Monate weg. Nachschulung, Termin beim Amtsarzt und verkehrspsychologische Untersuchung sind Pflicht. Test-Verweigerern drohen die gleichen Konsequenzen.

Den „Morgen danach“ nicht unterschätzen
Beim Abbau vom Alkohol helfen übrigens weder starker Kaffee noch ein Katerfrühstück oder sonstige „Promille-Killer“. Pro Stunde werden nur 0,1 Promille abgebaut. Besonders aufpassen heißt es für Probeführerscheinbesitzer sowie Lkw- und Buschauffeure: Für sie gilt sowieso ein striktes Alkoholverbot.

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