Dass 25 Asylwerber in Mühlviertler „Einschicht“, aber direkt neben einer kleinen Volksschule untergebracht werden, schmeckt vielen nicht: „Man fährt über uns drüber!“ Mit Protesten machen Eltern auf ihre Ängste aufmerksam.
„Griaß eich die Madln, servas die Buam!“ - im Jahr 2020 lud man zur Eröffnung des „Conrads“ nach Ried in der Riedmark, doch das Gasthaus mit der großen Büste von Namensgeber Heinz Conrads davor ist längst dicht, und bald soll es heißen „Griaß eich die Flüchlinge“. 25 Asylwerber sollen hier Herberge finden, doch das läuft nicht so ab, wie geplant. Denn das Gasthaus befindet sich, wie man in Oberösterreich sagt, in der „Einschicht“, in der Mitte zwischen Ried in der Riedmark bzw. Schwertberg und Wartberg ob der Aist.
„Am Wochenende fährt nicht einmal ein Bus", sagt Bürgermeister Christian Tauschek, der von den Bürgern, vor allem den Eltern, die in in der Ortschaft Hochstraß leben, am Dienstag Nachmittag zum Lokalaugenschein eingeladen worden war - etwa 130 Leute kamen. Denn direkt neben der Asylunterkunft ist die zweiklassige Volksschule - 1. und 2. sowie 3. und 4. Klassen werden jeweils gemeinsam unterrichtet. Eltern befürchten, dass es zu Problemen kommen könnte, weil vor Ort den Asylwerbern weder Perspektiven noch sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten geboten würden.
„Ich habe mit den Betreuern gesprochen - und die sagen, sie hätten pro Woche 20 Stunden zur Verfügung. Aber die Woche hat mehr als 20 Stunden“, sagt der Bürgermeister, der die Vorgehensweise des Landes kritisiert: „Man stellt uns vor vollendete Tatsachen. 2015 hatten wir im Ort 56 Flüchtlinge, die Bevölkerung war eingebunden. Da hat alles geklappt.“ Eine Handhabe gegen das Quartier hat er nicht, sollten alle Vorgaben von Bau- und Feuerpolizei eingehalten werden.
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