„Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl ist bekannt dafür, dass er über jeglichen Tellerrand hinausschaut. Insofern überrascht es auch nicht, dass er in seiner neuesten Kolumne „Ach, übrigens...“ den Brückenschlag von der österreichischen Kabarett-Legende Helmut Qualtinger zu der in Kürze beginnenden Fußball-WM in Qatar schafft.
In der „Balade fon da zuagschbeadn Gredenz“, zu übersetzen vielleicht mit „Ballade von der versperrten Anrichte“, die Helmut Qualtinger nach einem Text von H. C. Artmann gesungen hat, verzweifeln zwei recht unbegabte Einbrecher daran, dass im besagten aufgebrochenen Möbelstück einer gewissen Frau Weißenböck anstelle der erhofften Barschaft lediglich nutzloses Gerümpel zu finden ist, was zu der Äußerung „Foa dea Gramuri hods uns langsam grausd“ führt, bevor es nach einer Verkettung von wahnwitzigen Umständen zu einem Totschlagdelikt mittels Nudelwalker zum Nachteil der älteren Dame kommt, was aber hier nichts zur Sache tut. Unbestritten ist jedenfalls, dass in eine ordentliche Kredenz Heferl(n) gehören, damit alles seine Richtigkeit hat. Hat jemand nicht mehr alle Heferl(n) in der Kredenz, sollte oder muss man sich Sorgen machen.
Zu den Zeitgenossen, die eindeutig an akutem oder chronischem Heferlmangel laborieren, zählt zweifellos Khalid Salman, als ehemaliger Nationalkicker für Qatar ähnlich erfolgreich wie die beiden Wiener Kredenzknacker und heute einer der handverlesenen Botschafter für den Weihnachtsmarkt (WM) in der Wüstenei. In einer relativ aktuellen Botschaft hat der Herr kürzlich anlässlich eines ZDF-Interviews mit dem sich sichtbar im völlig falschen Film wähnenden Jochen Breyer verkündet, er habe Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen, weil diese dann „etwas lernen, was nicht gut ist“. Im Übrigen sei Schwulsein nach der Rechtsprechung seines Landes verboten und daher strafbar (ja, das wussten wir schon) und zudem „ein geistiger Schaden“ (das wiederum war uns bislang noch nicht bekannt).
Nach diversen und teils heftigen Reaktionen hat sich der Herr Ambassador mittlerweile in der Causa nochmals zu Wort gemeldet, allerdings nicht etwa, um sich für seinen Sprechdurchfall zu entschuldigen, sondern um klarzustellen, dass seine Äußerungen „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden seien. Darauf hätte man wetten können. Leider hat die klare und simple Forderung von DFB-Präsident Neuendorf, die FIFA solle „ernsthaft prüfen, ob sich hiermit nicht die Ethikkommission befassen muss“ bisher keinerlei Reaktion hervorgerufen und man bevorzugt in Zürich das Aussitzen, um die Harmonie bei der „größten Show der Erde“ nicht zu gefährden. Alles andere wäre auch ein Wunder gewesen, aber interessant wäre es schon, zu erfahren, was eigentlich Herr Infantino so alles an Gramuri in seiner Kredenz bunkert. Heferl(n) sind es jedenfalls mit Sicherheit nicht, so viel steht fest.








Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).