Fachkräftemangel

Minister Polaschek will neue Auslandsschulen

Österreich
04.11.2022 11:00

Acht österreichische Auslandsschulen gibt es derzeit und bald könnten es mehr werden: Geht es nach Bildungsminister Martin Polaschek, sollen neue AHS und BHS, an denen Fachkräfte ausgebildet werden, die nach Abschluss auch in Österreich arbeiten, dazukommen. Mögliche Standorte werden bereits geprüft.

Der Staat Österreich betreibt die Auslandsschulen aus mehreren Gründen: Das Bildungsangebot im jeweiligen Land soll bestärkt, junge Menschen sollen unterstützt und mit Österreich in Verbindung gebracht werden. Unterrichtet wird auch auf Deutsch. In Hinblick auf den massiven heimischen Arbeitskräftemangel sollen so Fachkräfte von morgen ausgebildet werden - das Angebot richtet sich an Auslandsösterreicher als auch Kinder und Jugendliche aus dem jeweiligen Gastland.

An sieben Standorten gibt es solche Schulen bereits:

  • Budapest: Volksschule, Mittelschule und Oberstufenrealgymnasium
  • Prag: Oberstufenrealgymnasium
  • Istanbul: Oberstufenrealgymnasium und HAK
  • Guatemala City: Volksschule und AHS
  • Shkodra (Albanien): HTL mit Fokus auf IT
  • Querétaro (Mexiko): Volksschule und AHS
  • Liechtenstein: AHS

Wurde die letzte dieser Schulen bereits vor mehr als einem Jahrzehnt eröffnet, soll nun wieder Schwung in die Sache kommen: Polaschek will die Auslandsschulen weiterentwickeln und lässt neue Standorte prüfen. Budget oder konkreten Zeitplan gibt es zwar (noch) keinen, doch „der Wille ist da“, meint der Bildungsminister am Rande eines Besuchs der Auslandsschule in Shkodra, Albanien: „Die Auslandsschulen tragen wirklich etwas dazu bei, dass Österreich vom Know-how dieser jungen Menschen profitiert.“ 

Rund 80 Prozent der Absolventen dieser Schulen gehen nach Abschluss ins Ausland, primär wäre Österreich das Zielland.

Berufsbildung am Balkan
Dieses „unglaubliche Potenzial“ müsse genutzt werden - deshalb sollen die neuen Auslandsschulen entsprechend dem Fachkräftemangel ausgerichtet werden. Aus diesem Grund setzt das Bildungsministerium nun auf zwei Schwerpunkte: Es sollen vermehrt berufsbildende höhere Schulen entstehen, der Fokus liegt auf dem Westbalkan. Polaschek: „Das ist für uns ein wichtiger, strategischer Partner“ - auch die geografische Nähe mache es für Absolventen reizvoller nach Österreich zu kommen.

Grundsätzlich kämen Standorte auf der ganzen Welt infrage: „Wir schauen uns momentan vor allem jene Länder an, die mit der Europäischen Union assoziiert sind - zum Beispiel Kaukasus oder Moldau“, sagt Hubertus Schmid-Schmidsfelden, stellvertretender Leiter der Sektion für wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten im Bildungsministerium. Wichtig sei, jene Länder herauszuarbeiten, in denen das größte Potenzial - für Österreich, aber auch für das Zielland - liege.

Wer finanziert das?
Österreichische Lehrer, die an den Auslandsschulen unterrichten, werden von Österreich bezahlt. Ihr Gehalt orientiert sich am Basisgehalt heimischer Lehrer, außerdem gibt es Auslandszulagen. Derzeit gäbe es rund 150 Planstellen, das entspricht einem finanziellen Aufwand von 19 Millionen Euro, so Schmid-Schmidsfelden. Weitere Mittel - für Lehrkräfte aus dem Gastland, Infrastruktur, Sachaufwand und mehr - setzen sich aus Schulgeld und Einnahmen der Schulstiftung zusammen. Renovierungen und Schulgelder werden teilweise subventioniert.

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