Die Rollen einer Frau

Wer bin ich, wenn ich ganz mit mir alleine bin?

Oberösterreich
27.09.2022 19:00

Eine Frau hat viele verschiedene Rollen zu erfüllen. Wie das gelingen kann und warum es wichtig ist, auch einmal Nein zu sagen? Zwei Alles-Könnerinnen aus Leonding und Gmunden verraten ihr Erfolgsrezept.

Mutter. Ehefrau. Unternehmerin. Tochter. Vereinsmeierin. Familienmanagerin. Das ist Stefanie Schauer. Eine Frau, die scheinbar alles schafft. „Auch wenn es den Anschein erweckt, dass bei mir immer alles easy ist: Schlaflose Nächte und Gedanken, dass ich zu wenig Zeit mit meinen Kindern verbringe, verfolgen auch mich“, erzählt die 39-jährige Leondingerin, die man nachmittags am Spielplatz, abends dafür oft noch am PC antrifft.

„Wir selbst entscheiden, wer wir sein wollen“
So großartig es ist, dass wir Frauen heute so viele Möglichkeiten haben: Es verleitet auch dazu, alles gleichzeitig, gleich gut und am besten sofort machen zu wollen. „Der soziale Druck ist enorm“, weiß die Gmundner Lebensberaterin und Familiencoachin Barbara Hüttner, die jedoch betont: „Wir selbst entscheiden, welche Rollen wir annehmen. Wir sind keine Opfer! Als berufstätige Mama muss ich nicht auch noch ehrenamtlich tätig sein – es sei denn, es gibt mir Kraft.“

Rollenklarheit schützt vor Überforderung
Ein erster Schritt ist laut Hüttner, sich seiner verschiedenen Rollen bewusst zu werden und sie aufzuschreiben. Wer seine Rollen kennt, könne sich auch besser auf das Hier und Jetzt fokussieren. „Mit manchen kann ich mich vielleicht gar nicht richtig identifizieren, aus anderen bin ich herausgewachsen. Die kann ich ablegen“, ermutigt die Expertin, die selbst vier Kinder hat. Denn: „Mir ist bei der Übung mit Klientinnen aufgefallen, dass eine Rolle oft fehlt: die des eigenen Ich. Wer bin ich, wenn ich in der Badewanne liege? Dieser Wesenskern wird gern vergessen, bis man über schmerzhafte Umwege an ihn erinnert wird. Nämlich dann, wenn man nicht mehr kann.“

Erfolgsgeheimnis einer berufstätigen Mama
Wer auf die eigenen Bedürfnisse achtet, tue nicht nur sich selbst, sondern auch der Familie Gutes, betont Hüttner. Und auch Stefanie Schauer verrät: „Letztes Jahr gab es eine Zeit, da habe ich mich nicht fit gefühlt. Seither gönne ich mir jeden Tag 30 Minuten. Da sitze ich am Hometrainer oder mache Yoga. Diese halbe Stunde gehört mir allein und gibt mir sehr viel Energie.“

Wie die Chefin des Softwareherstellers „offisy“ alles unter einen Hut bringt? „Was ich ganz abgelegt habe, ist der Perfektionismus. Bei mir darf man nicht in jede Lade schauen. Ich habe auch gelernt, Hilfe anzunehmen und Nein zu sagen.“ Ein Tag am Wochenende bleibt ganz für ihre drei Liebsten reserviert. „Ich bin ein Familienmensch und würde das immer vor alle anderen Rollen stellen.“

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