Die Zahl der Asylanträge dürfte heuer das Niveau des Krisenjahres 2015 erreichen - die Schleppermafia operiert brutaler als je zuvor. Erst kürzlich kam es erneut zu einem schweren Unfall mit einem Schlepperfahrzeug im Burgenland.
Die Serie an brandgefährlichen Konfrontationen mit den Handlangern der internationalen Schleppermafia reißt – vor allem im Burgenland - nicht ab! Sonntagfrüh kam es bei Wallern im Bezirk Neusiedl am See neuerlich zu einem dramatischen Zwischenfall: Nachdem sich der Lenker eines Mini-Vans der Anhaltung durch eine Patrouille des Bundesheers entzogen hatte, kam er im Höllentempo von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Baum. Die Bilanz: 16 Verletzte, zwei davon schwer. Für den Schlepper klickten die Handschellen.
Ein Vorfall, wie er sich in den vergangenen Wochen fast täglich wiederholte. Es hat beinahe den Anschein, als hätte Europa angesichts des Ukraine-Krieges samt Energiekrise, des Kampfes gegen den Klimawandel und der Nachwehen der Pandemie die Migrationspolitik völlig aus den Augen verloren.
Dabei sprechen die aktuellen Zahlen eine klare Sprache: Im laufenden Jahr wurden allein in Österreich knapp 56.000 Asylanträge gestellt – hochgerechnet wäre damit beinahe das Niveau von 2015 erreicht (siehe Grafik unten). Der Migrationsdruck ist so hoch wie damals – mit einem Unterschied: Derzeit legen vor allem Personen aus Indien, Pakistan und Tunesien ihr Leben in die Hände skrupelloser Schlepperorganisationen, um nach Österreich zu gelangen. Ihre Chancen auf ein Bleiberecht gehen Richtung null.
Die Regierung versucht, mit einer erhöhten Präsenz von Polizisten und Bundesheersoldaten dagegenzuhalten – seit Anfang des Jahres wurden rund 400 Schlepper festgenommen –, stößt aber an ihre Grenzen. Innenminister Gerhard Karner fordert einmal mehr Asylzentren außerhalb der EU und will den mühevollen Kampf gegen Schlepper fortsetzen: „Nur so können Menschenleben geschützt werden.“









Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).