Gesetzeslücke regt auf

Missbrauchsopfer muss nach Vergewaltigung zahlen

Ausland
16.09.2022 12:16

Nachdem ein Mädchen aus den USA ihren mutmaßlichen Vergewaltiger getötet hat, muss die heute 17-Jährige 150.000 Dollar (rund 150.000 Euro) an die Familie des Mannes zahlen. Zudem wurde Pieper L. zu einer Bewährungsstrafe von fünf Jahren und gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ein Urteil, das auf Unverständnis stößt. Eine Spendenaktion für die junge Frau brachte fast 390.000 Dollar ein. Damit sollen nicht nur das Strafgeld, sondern auch eine Berufsausbildung für die Verurteilte finanziert werden. 

Nach Angaben eines ehemaligen Lehrers und örtlicher Medien war das Mädchen aus dem US-Bundesstaat Iowa im Jahr 2020 im Alter von 15 Jahren von zu Hause weggelaufen. Ihre Eltern seien ihr gegenüber gewalttätig gewesen.

Zachary Brooks hatte Pieper daraufhin aufgenommen und zur Prostitution gezwungen. Wie die junge Frau sagte, hatte ein 28-Jähriger Brooks mehrfach dafür bezahlt, sie zu vergewaltigen. Der 37-Jährige habe sie dazu gezwungen, ihr mit einem Messer gedroht. Schließlich erstach Pieper ihn im Schlaf, sein Körper wies über 30 Stiche auf.

Pieper war zunächst wegen Mordes angeklagt worden und bekannte sich des Totschlags schuldig. Im Falle einer Verurteilung hätte sie mit 20 Jahren Haft rechnen müssen.

Angehörige von Mordopfern müssen in Iowa entschädigt werden
Die Polizei und die Staatsanwaltschaft bestritten nicht, dass das Mädchen Opfer sexueller Ausbeutung geworden war. Der zuständige Richter erklärte, der jungen Frau mit der Bewährungsstrafe eine „zweite Chance“ geben zu wollen. Er habe die Geldstrafe angesichts der geltenden Rechtslage verhängen müssen. Ein Gesetz in Iowa sieht vor, dass Angehörige von Mordopfern entschädigt werden müssen.

Video: Pieper vor Gericht (in englischer Sprache)

Der ehemalige Mathematiklehrer der 17-Jährigen bezeichnete das Gesetz als „moralisch nicht zu rechtfertigen“ und startete eine Spendenaktion für die junge Frau. „Ein Kind, das vergewaltigt wurde, sollte unter keinen Umständen der Familie des Vergewaltigers Geld schulden.“

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