Vor Razzien gewarnt

Der geschwätzige Polizeibeamte vor Gericht

Gericht
13.09.2022 17:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Ein ehemaliger Polizeibeamter soll Glücksspielbetreiber vor Razzien gewarnt haben. Dafür soll er auch noch Geld bekommen haben. Schon das vierte Mal muss sich der Mann nun vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten.

60 Jahre ist er alt, ehemals Beamter, ja Polizist, und nun so tief gefallen, dass er nicht das erste Mal vor Gericht in Feldkirch (Vbg.) steht. Eine „zentrale Figur bei Kontakten ins Glücksspiel-Milieu“ soll er sein, kreidet ihm Staatsanwältin Nadine Heim an. Um die es gleich zu Beginn Wirbel gibt. Denn Anwalt Bertram Grass moniert, dass die nunmehrige Frau Oberstaatsanwältin von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zuvor Richterin war - und just den erneut angeklagten Polizisten - nicht rechtskräftig - verknackt hat: „Das ist eindeutig Befangenheit!“ Man kann aber auch sagen, dass sie den Akt wohl in- und auswendig kennt ...

Sonderkommission verraten
Zurück zu den Vorwürfen im mittlerweile vierten Prozess: Man hatte in Vorarlberg in den Jahren 2016/2017 eine Sonderkommission gegen das kleine Glücksspiel gegründet, die Automaten-Kontrollen in Lokalen verstärkt. Diese soll der Polizist verraten - und dafür auch Geld genommen haben.

Ex-Polizist gibt zwei Fälle zu
Das bestreitet dessen Verteidiger: „Mein Mandant hatte gar keine Möglichkeit, zu solchen Informationen zu kommen. Er war in einer Polizeiinspektion und hatte keine Verbindungen zur SOKO.“ Abgesehen davon sei die lange Verhandlungsdauer in Tranchen sehr belastend für seinen Mandanten, man müsse ihm nachsehen, dass er oft nicht mehr wisse, „was was ist“. Zwei Fälle gibt der 60-Jährige zu, „aber das waren Datenabfragen für allgemeine Informationen“. Der Prozess ist bis 10. November anberaumt.

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