In der Seegemeinde kritisieren Eltern das Vorgehen von ÖVP-Bürgermeister Markus Binder bei der Besetzung von Kindergarten-Personal. Die Empfehlungen der Kindergartenleiterin, die die Qualifikationen der Job-Anwärterinnen beurteilt hatte, wurden dabei nicht berücksichtigt.
Aufregung herrscht derzeit um zwei Stellenbesetzungen im Kindergarten Mörbisch. Zum ersten Mal in der langjährigen Geschichte der Betreuungseinrichtung traf nämlich ÖVP-Bürgermeister Markus Binder Personalentscheidungen im Alleingang – den Gemeinderat bezog er nicht ein.
Eine davon stößt den Eltern der Kinder besonders sauer auf, denn Kindergartenleiterin Denise Diewald beurteilte die Bewerberinnen nach fachlichen Kriterien. Ihre Empfehlung, die die Qualitätssicherung der Betreuung der Kinder gewährleistet hätte, wurde von Binder jedoch ignoriert.
Parteipolitisch motivierter Hintergrund?
Konkret ging es um eine unbefristete Vollzeitstelle als Kindergartenhelferin. Die 31-jährige ausgebildete Kindergartenhelferin Christina Ernst aus Mörbisch bewarb sich um diese vakante Position. Schließlich arbeitete sie bis vor Kurzem bereits fast ein Jahr lang im Umfang von 8,5 Stunden als Helferin und war bei Kindern und Eltern sehr beliebt.
Zum Zug kam dennoch eine andere Kandidatin, denn Ernst ist SPÖ-Gemeinderätin und steht - weit hinten gereiht - auch auf der Liste für die kommende Gemeinderatswahl. Für Bürgermeister Binder offenbar ein No-Go: Ernst musste gehen. Er stellte dafür seine Favoritin ein - eine 37-jährige gebürtige Oberpullendorferin, die mit ihrer Familie nach Mörbisch gezogen ist.
Protest und Unterschriftenliste
Dass diese u. a. als Verkäuferin, Hotel-Rezeptionistin und Tagesmutter arbeitete, aber keinerlei dezidierte Berufspraxis als Kindergartenhelferin hat, ist für Binder nicht von Belang, sehr wohl aber für die besorgten Eltern. Um ihren Unmut zu äußern, starteten sie aus Protest eine Unterschriftenaktion und statteten dem Ortschef einen Besuch ab.
„Es kann nicht sein, dass auf dem Rücken unserer Kinder politische Interessen ausgetragen werden. Noch dazu zum jetzigen Zeitpunkt, wo eine andere Kindergartenpädagogin aus der blauen Gruppe krankheitsbedingt für mehrere Monate ausfällt“, so die Mütter und Väter.
Kinder brauchen doch vertraute Bezugspersonen!
Die Eltern stört, dass der pädagogische Aspekt völlig außer Acht gelassen wurde.
Weiterer Aufreger
Auch eine freie befristete Pädagogen-Stelle besetzte Binder vor wenigen Tagen nach: mit einer 23-jährigen Eisenstädterin, die zwar Kindergartenpädagogin ist, aber keine Berufspraxis in diesem Bereich vorweisen kann und zuletzt in einer Bank beschäftigt war.
Und was sagt Binder zu der Kritik? „Ich gebe jedem eine Chance. Christina Ernst bekam ihre. Jetzt bekommt sie die besagte zugezogene zweifache Mutter, die bereits als Tagesmutter arbeitete. Als Bürgermeister darf ich Personalbestellungen allein vornehmen, wenn diese auf maximal sieben Monate beschränkt sind.“









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