Pfleger überarbeitet

Spitäler: Weniger Personal, deswegen mehr Fehler

Wien
02.09.2022 11:00

Die Gefährdungsanzeigen aus einigen Wiener Spitälern nimmt die Patientenanwaltschaft ernst. Das sollten auch die Verantwortlichen tun. Denn negative Auswirkungen auf Patienten können nicht ausgeschlossen werden. Vor allem aber leidet das Personal.

Erst am Montag redete der Wiener Gesundheitsverbund die Gefährdungsanzeigen aus den Spitälern klein. Anders sieht das nicht nur das dortige Personal, sondern auch die Patientenanwaltschaft. „Patienten müssen mit Verzögerungen bei OP-Terminen, mehrfachen Transporten und Untersuchungen (Anm. wegen der Zusammenlegung der Stationen), mit überarbeiteten und daher gereizten sowie im Extremfall fehleranfälligen Ärzten und Pflegern rechnen“, erklärt Patientenanwalt Gerhard Jelinek auf „Krone“-Anfrage.

Lange Wartezeiten
In den ihm vorliegenden Beschwerden würden oft Wartezeiten und unfreundliches Verhalten beanstandet. „Wie weit sich Behandlungsfehler auf Überlastung zurückführen lassen, ist aber schwer abzuschätzen“, so Jelinek weiter.

Gefährdungsmeldung keine Überraschung mehr
Feuer am Dach gibt es vor allem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Patienten werden leider mehr, doch genügend Ärzte gibt es schon lange nicht mehr. „Jede Gefährdungsmeldung ist für uns keine Überraschung“, heißt es von der Patientenanwaltschaft des Vertretungsnetzes, das Menschen in psychiatrischer Behandlung unterstützt.

„Seit vielen Monaten beobachten wir in vielen Kliniken die vermehrte Aufnahme von dort untergebrachten Patienten mit uns. Beschwerden darüber, dass Patienten sehr lange auf Unterstützung bei der Körperpflege warten müssen, sind leider keine Einzelfälle mehr“, schildert eine Sprecherin. Es brauche viel Geld für Bewährtes, wie die klassische stationäre Jugendpsychiatrie und viel Geld für Neues, wie Tageskliniken und Betreuung zu Hause.

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