Di, 18. September 2018

Mehr Fettsüchtige

05.08.2011 15:35

Österreichs junge Männer werden immer dicker

Österreichs junge Männer werden immer dicker. Das geht aus einer Auswertung der Daten von 211.221 Rekruten hervor, die ein Autorenteam um Gerhard Prager von der MedUni Wien am Wiener AKH durchgeführt hat. Der durchschnittliche Body-Mass-Index bei Stellungspflichtigen stieg demnach zwischen 2006 und 2010 von 23,16 auf 23,41. Das Problem: Der Anteil der Fettsüchtigen steigt noch stärker und schneller.

Bei einem BMI von 25 bis 29,9 spricht man von Übergewicht, bei einem BMI von 30 bis 34,9 von Fettsucht der Stufe I, dann folgt Fettsucht der Stufe II. Der BMI wird über eine Formel mit dem Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat berechnet.

Anteil der Übergewichtigen steigt
In den drei Kategorien kam es im Beobachtungszeitraum zu einem deutlichen Anstieg: Waren im Jahr 2006 noch 18,77 Prozent der Stellungspflichtigen übergewichtig, waren es im Jahr 2010 bereits 20,57. Der Anteil der Fettsüchtigen bis zu einem BMI von 30 stieg von 5,36 auf 5,96 Prozent, jener der in der schwersten Kategorie von 2,12 sogar auf 2,4 Prozent. Beunruhigend: Seit 1986 ist der Anteil der Übergewichtigen um 50 Prozent gestiegen, jener der Adipösen vom Stadium I (BMI 30 bis 35) hat sich sogar verdreifacht.

Die Gründe für die Entwicklung sind nicht neu. Autor Gerhard Prager, Leiter der Adipositasambulanz der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien am AKH: "Wir nehmen immer energiedichtere Nahrung zu uns und die Portionen werden größer. Zudem bewegen wir uns immer weniger. Das führt fast notgedrungen zu deutlicher Gewichtszunahme. (...) Die Jugend muss sich mehr bewegen! Da sind nicht nur die Eltern, sondern auch die Politik gefordert."

In den Mitgliedstaaten der EU leiden laut Berechnungen rund 1,1 Millionen Jugendliche und Kinder an Bluthochdruck, 1,7 Millionen befinden sich in der Vorstufe zum Diabetes, 0,4 Millionen weisen eine gestörte Glukose-Toleranz auf, 1,21 Millionen sind vom metabolischen Syndrom (Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck) betroffen.

Höheres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
"Je länger jemand übergewichtig ist, umso eher besteht die Gefahr eines Herzinfarkts und Schlaganfalls, also je höher der Body-Mass-Index, umso höher die möglichen negativen Auswirkungen", so Prager. Er und das Autorenteam leiten aus den Ergebnissen auch einen vermehrten Bedarf an chirurgischen Eingriffen wegen krankhaften Übergewichts ab. Solche Operationen sind aber eher die radikale, letzte Intervention.

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