29.07.2022 09:12 |

Zu viele Bakterien

Teilweises Badeverbot an Italiens Stränden

Kein Sommer wie damals: Da das Meer an einigen Stellen der italienischen Ostküste der Emilia Romagna zu stark mit Bakterien belastet ist, wurde nun an rund 30 Orten das Baden verboten. Auch der beliebte Badeort Rimini ist betroffen - dort kann man sich die hohen Werte jedoch nicht erklären.

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Wie die Zeitung „La Repubblica“ berichtet, hat die regionale Umweltagentur Arpae festgestellt, dass die Grenzwerte für Escherichia-coli-Bakterien an 28 von 98 untersuchten Orten überschritten wurden. Dieser weltweit verbreitete Darmkeim kann unter anderem Durchfall und Blutvergiftungen auslösen.

Für gewöhnlich treten derart hohe Werte nur innerhalb von 24 Stunden nach starken Regenfällen auf, da dann Überlaufrohre im Meer geöffnet werden. Angesichts der zuletzt massiven Trockenheit in Italien lässt sich die Belastung so nicht erklären.

Werte eindeutig zu hoch
Die Abschnitte, in denen das Baden verboten ist, reichen von Goro über verschiedene Orte rund um Rimini bis nach Cattolica. „Weitere Probenahmen in den verbleibenden Badegewässern sind noch im Gange, um den Trend der Verschmutzungserscheinungen und die Rückkehr der bakteriologischen Parameter, die nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, zu überprüfen“, erklärte man bei Arpae.

Rimini: „Perfekt zum Baden geeignet“
Im wohl bekanntesten Badeort der Region, in Rimini, versucht man noch zu beruhigen: „Bei unseren Tests gab es keine Überschreitung“, teilte die Gemeinde mit. Die von einem externen Labor durchgeführten Kontrollen hätten ergeben, dass es keine Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für Escheria coli gegeben habe.

Wo ist die Bakterienbelastung zu hoch?

Strand von Goro, Bellaria (Rio Pircio), Torre Pedrera (Cavallaccio), Viserba (La Sortie, Spina-Sacramora), Rivabella (Turchetta), Rimini (Marecchia-Mündung, Ausa), Bellariva (Colonnella), Marebello (Marco-Polo-Institut), Miramare (Roncasso, Rio asse nord), Riccione (Marano-Mündung, Fogliano Marina, Kanalhafen, Burgo-Kolonie), Misano Adriatico (rio ALberello, rio Agina), Cattolica (Ventena-Strom).

Cervia (Pinarella), Bellaria (Mündung der Vena 2, Mündung des Uso, Pedrera grande), Torre Pedrera (Pedrera grande Sud), Viserbella (La Turchia) wurden nachträglich von der ursprünglichen Liste der 28 Badeverbote gestrichen, da die Werte wieder gesunken waren.

„Die Ergebnisse der Meerwasserproben für die sieben Badegewässer an der Nordküste von Rimini sind erst wenige Minuten alt“, so die Gemeinde. Die Proben seien an denselben Orten, am selben Tag und nicht mehr als eine halbe Stunde nach denen von Arpae entnommen worden. Die Gewässer seien also „perfekt zum Baden geeignet“.

Lang anhaltende Trockenheit schuld?
Die Experten der Umweltagentur rätseln bereits, wie die hohen Werte zustande gekommen sind. Möglicherweise handle es sich dabei um eine „Kombination außergewöhnlicher Wetterbedingungen, die sich in Summe besonders stark auf die Zusammensetzung des Meerwassers ausgewirkt haben“, so Arpae.

Besonders die über Wochen hinweg sehr hohen Wassertemperaturen, zu wenig Regen und damit einhergehende Trockenheit dürften den Effekt jedenfalls beschleunigt haben. Das sind zudem die gleichen Ursachen, die etwa auch für die Vermehrung einer Mikroalge, Fibrocapsa japonica, geführt haben, deren Blüte das Wasser rostbraun färbt, für Badende jedoch harmlos ist.

„Organisches Ungleichgewicht“ nicht nur in der Region
Noch am Freitag soll jedenfalls ein Krisentreffen der Gemeinden mit den Arpae-Experten stattfinden, um eine Erklärung und gleichzeitig eine Lösung für das Phänomen zu finden. Die Emilia Romagna ist dabei übrigens nicht die einzige betroffene Region. Auch in weiteren italienischen Meeresabschnitten wurde bereits ein ähnliches „organisches Ungleichgewicht“ festgestellt.

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