AMAG-Herausforderung

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Oberösterreich
29.07.2022 14:00

Während angespannte Lieferketten der AMAG auch weiter viel abverlangen, arbeiten die Ranshofener daran, von Gas unabhängiger zu werden. Bis das klappt, braucht’s aber Zeit - und auch eine Annäherung zwischen zwei Elementen, die sich bislang nicht „vertragen“.

Vollbesetzte Polizeiautos, die auf den Gehsteigen parkten; Beamte in Uniform, die um Gebäude patrouillierten - der Besuch des ungarischen Premierminister Viktor Orban machte Wiens Innenstadt am 28. Juli zur Hochsicherheitszone. Mittendrin auch die AMAG: Der Aluerzeuger präsentierte in der Wiener Börse seine Halbjahreszahlen. Vom Wirbel in der Nachbarschaft bekam man nichts mit, als Vorstandschef Gerald Mayer über einen Gewinn nach Zinsen und Steuern in Höhe von 78,4 Millionen € und von einem „sehr erfolgreichen ersten Halbjahr“ sprach.

Die Nachfrage nach Alu aus Ranshofen ist weiterhin hoch. (Bild: 2014 FotoStudio Immaginae)
Die Nachfrage nach Alu aus Ranshofen ist weiterhin hoch.

„Wir hatten in allen unseren Industrien Rückenwind“, betonte Mayer. Man erwarte auch für das restliche Jahr Wachstum, „auch wenn wir beim Auftragseingang in den letzten Wochen schon eine Eintrübung sehen“. Die Lieferketten sind angespannt: Bei einigen Materialien, wie etwa Magnesium, wurden daher vorsichtshalber mehr Mengen als normal auf Lager gelegt, um keinen Stillstand zu riskieren. Auch bei der Auslieferung wird das Thema spürbar: „Es gibt Staus und Streiks in Häfen, die uns treffen - derzeit sind 6500 Tonnen Ware auf Schiffen, das ist mehr als doppelt so viel wie normal.“

Wasserstoff und Alu „vertragen“ sich nicht
Abseits davon versucht man auch in Ranshofen, unabhängiger von Gas zu werden. „Es wird dauern, wir werden noch lange Gas brauchen“, sagt Mayer. Wo es möglich ist, soll in der Zukunft grüner Strom eingesetzt werden, sonst Wasserstoff. Der Haken: Der „Beziehungsstatus“ zwischen Wasserstoff und Alu ist kompliziert, sie „vertragen“ sich nicht. „Es bilden sich Poren, auch die Folgen für Ofenmauern sind ungeklärt. Wir haben aber Ansätze und Ideen.“

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