Die Landwirtschaft rund um den Neusiedler See ist aufgrund des niedrigen Wasserstandes wieder in den Fokus gerückt. Es ist nicht das erste Mal. Rechnungshof empfahl bereits 2020 Änderungen.
Mehr als 100 Seiten dick ist der Bericht des Rechnungshofes aus dem Jahr 2020 zum Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel. Schon damals wurde die Bewässerung sehr kritisch betrachtet. Durch den zunehmenden Anbau von bewässerungsintensiven Feldfrüchten sei die Entnahmemenge bei den Feldbrunnen erhöht worden, hieß es. Außerdem führe Entwässerung, agrarwirtschaftliche Nutzung und Bebauung zum Absinken des Grundwasserspiegels, was die Versteppung der Salzlacken zur Folge habe. Die Zahl der Lacken sei von 130 im Jahr 1858 auf 48 im Jahr 2006 zurückgegangen, so der Rechnungshof.
Debatte neu aufgeflammt
Mit dem drastischen Absinken des Wasserstandes des Neusiedler Sees ist die Debatte um die Bewässerung wieder neu aufgeflammt. Zuletzt äußerte sich, wie berichtet, auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil kritisch dazu.
Landwirtschaft wehrt sich
Bei der Landwirtschaftskammer wehrt man sich gegen den Vorwurf, am sinkenden Wasserstand des Sees mitschuld zu sein. „Der Wasserstand wird nicht durch die landwirtschaftliche Bewässerung beeinflusst“, sagt Vizepräsident Werner Falb-Meixner. Man sei in der Sache jedoch gesprächsbereit. Bei Mais, Feldgemüse und Kartoffeln sei ein Ende der Bewässerung nicht möglich, in anderen Bereichen könne diskutiert werden. Eine Umstellung auf andere Bewässerungsformen scheitere teilweise an der technischen Umsetzung. In gewissen Bereichen werde schon jetzt auf kleinere Beregner gesetzt. Ob eine Komplett-Umstellung der Kulturen realistisch umsetzbar wäre, will Falb-Meixner nicht beurteilen. „Theoretisch ist alles machbar.“ Als Folge würde aber die Zahl derer, die von und mit der Landwirtschaft leben, zurückgehen. „Dann kommen die Kartoffeln aus Ägypten“, so der Vizepräsident.
Derzeit wird etwa ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in dem Gebiet bewässert.













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