Was ein Unwetter anrichten kann, mussten am Freitagabend die Bewohner des Tiroler Stubaitals erfahren. Der vermisste Pfarrer (60) ist nach wie vor spurlos verschwunden, am Montagnachmittag waren wieder Suchtrupps im Einsatz. Die Aufräumarbeiten sind weiter voll im Gange. Im Tal und auch in anderen Teilen Tirols zittert man nun vor weiteren Unwettern. Auch Sturm und Hagel sind möglich.
Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik können sich Montag ab dem mittleren Nachmittag erneut Gewitter bilden - hauptsächlich im Bereich des Alpenhauptkamms. Voraussichtlich breiten sich diese gegen Abend vor allem vom Hauptkamm in Richtung oberes und mittleres Inntal und über Osttirol aus. „Teilweise können die Gewitter heftig ausfallen: Starkregen, Sturm und teils auch Hagel sind möglich“, hieß es.
„Schadensgefahr südlich des Inns erhöht“
Insbesondere in den „bereits vorbelasteten Gebieten“ südlich des Inns sei die Schadensgefahr erhöht. „Nach einer kurzen Beruhigung folgt in der Nacht in ganz Tirol die Kaltfront mit Regen, der anfangs auch noch von eingelagerten Gewittern begleitet wird. Im Laufe des Dienstags ist mit einer Beruhigung zu rechnen, wobei es zeitweise zu weiteren Regenschauern kommen kann“, so die Experten weiter.
Im Hinblick auf die aktuell prognostizierten Starkregenereignisse und Gewitter ist es unabdingbar, entsprechend Vorsicht walten zu lassen.
Elmar Rizzoli vom Land Tirol
Nicht zuletzt aufgrund des verheerenden Unwetters am Freitag im Stubaital richtet Elmar Rizzoli, Leiter der Abteilung Krisen- und Gefahrenmanagement des Landes Tirol, einen Appell an die Bevölkerung: „Im Hinblick auf die aktuell prognostizierten Starkregenereignisse und Gewitter ist es unabdingbar, entsprechend Vorsicht walten zu lassen und beispielsweise nicht unbedingt notwendige Autofahrten oder Spaziergänge zu vermeiden bzw. von gefährdeten Bereichen wie Fließgewässern Abstand zu halten. Das betrifft allen voran die bereits am Wochenende stark betroffenen Gebiete.“
Suche nach vermisstem Pfarrer fortgesetzt
Am Montagnachmittag wurde die Suche nach dem vermissten Pfarrer Augustin fortgesetzt, wie Polizeisprecher Stefan Eder gegenüber der „Krone“ schilderte. Am Wochenende musste eine Suchaktion ergebnislos abgebrochen werden. Der 60-Jährige dürfte am Freitagabend von einer Mure erfasst worden sein, als er mit seinem Auto unterwegs war.
Eine Bibel, Visitenkarten und Dokumente - diese persönlichen Gegenstände des Pfarrers entdeckten Kräfte der Wasserrettung am Samstag am Ufer der Ruetz. Teile seines Autos wurden ebenfalls aus den reißenden Fluten gezogen - in mehrere Stücke zerfetzt und kaum mehr als Pkw zu erkennen.





Aufräumarbeiten im Stubaital
Im Stubaital laufen indes weiter die Aufräumarbeiten. Unter Hochdruck wird daran gearbeitet, die Geschiebebecken, die Zigtausende Kubikmeter Geröll und Gestein abgefangen hatten, auszubaggern.













Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).