„Krone“-Kommentar

Das Gas wird weiter kommen

Wirtschaft
23.07.2022 08:00

Angst vor Putin
In den letzten Tagen wurden vor allem Politiker nicht müde, die Gefahr eines möglichen Gasstopps durch Wladimir Putin an die Wand zu malen. Das hätte wirklich dramatische Folgen, von einer nochmaligen Explosion der Preise bis hin zum Abrutschen in die Rezession und Abschaltungen in der Industrie. Aber dazu wird es vielleicht auch gar nicht kommen, erklärte z.B. die deutsche Energie-Ökonomin Claudia Kemfert. Denn die Russen brauchen die Europäer als Kunden genauso.

Er braucht das Geld
Sie führt zwei Gründe dafür an, warum der Gashahn nicht abgedreht wird: Zum einen brauchen die Russen das Geld. Sie liefern zwar geringere Mengen, aber das wird durch die höheren Preise großteils kompensiert. Auf diese Einnahmen kann Putin nicht verzichten. Dann gibt es technische Gründe. Die Gasförderung zu stoppen würde zu Schäden bei den Anlagen führen. Die russischen Speicher sind bereits voll. Wohin also mit dem Gas, wenn nicht nach Europa?

Illusion China
Drei Viertel aller russischen Gasexporte gingen bisher nach Europa. Putin will zwar die Lieferungen nach China auf 100 Milliarden Kubikmeter verfünffachen. Doch es fehlt an der Infrastruktur. Die Pipelines gehen alle nach Europa. Die LNG-Kapazitäten sind bereits völlig ausgelastet. Es würde viele Jahre dauern, Leitungen in andere asiatische Staaten zu bauen, noch dazu da Russland wegen der Sanktionen von westlicher Technologie abgeschnitten ist.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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