Warnt vor Konsequenzen
Linke-Politiker: Russisches Gas nicht ersetzbar
Ein Energieexperte der deutschen Linken, Klaus Ernst, hat seine Forderung an die Bundesregierung nach Gesprächen mit Russland über die Sicherung von Gaslieferungen nach Deutschland erneuert. Das russische Gas sei nicht ersetzbar, machte der Vorsitzende des Energieausschusses am Donnerstag im Bundestag deutlich.
Ernst kritisierte im deutschen TV-Sender ARD die Bundesregierung für ihre Energiepolitik scharf. Aus seiner Sicht tue Berlin zu wenig für die Sicherstellung der Energieversorgung. Durch welche Leitungen die Energie fließe, sei ihm „wurscht", so Ernst.
Kritik an Minister Habeck
„Bei uns fährt (Wirtschaftsminister Robert) Habeck überall hin, aber nicht dahin, wo das Gas ist“, sagte Ernst und warnte vor den Konsequenzen eines Lieferstopps für die deutsche Wirtschaft. „Keiner kann uns diesen Ausfall ersetzen, den wir hätten, wenn russisches Gas nicht mehr fließt.“ Die Sanktionen würden zudem nur Deutschland schaden, Russlands Präsident Wladimir Putin sei - dank höherer Preise - dagegen der Profiteur.
Ernst ist als Energie- und Klimapolitiker in den eigenen Reihen umstritten. Anfang Juli hatte er die Bundesregierung bereits aufgefordert, alles dafür zu tun, um die Energieversorgung sicherzustellen - und mit Moskau gegebenenfalls auch über eine befristete Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu reden.
Gaskrise trifft in Deutschland vor allem Metall- und Chemiebranche
Eine Gasrationierung in Deutschland würde am stärksten die Metallerzeugung und -bearbeitung, die Chemiebranche und die Papierindustrie treffen. „Allerdings sind erhebliche Schäden in weiteren, weniger energieintensiven aber volkswirtschaftlich bedeutenderen Sektoren nicht ausgeschlossen - aufgrund von dann fehlenden Vorprodukten“, erklärte die Stiftung Familienunternehmen am Donnerstag zu einer ZEW-Analyse. Branchen wie Textil oder Keramik seien sehr abhängig vom Gas.
Seit dem Ukraine-Krieg reduziert Deutschland seine Abhängigkeit von Energielieferungen aus Russland - vor allem bei Gas. Nach einer zehntägigen Wartungspause fließt wieder Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland.















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