Kein „Präsident“ mehr
Putin soll „Herrscher“ über Russland werden
Russland wird von Wladimir Putin und seinen Getreuen immer mehr zur Autokratie umgebaut. Die nationalistische Liberal-Demokratische Partei (LDPR) will noch einen Schritt weitergehen und ihm den Titel „Pravitel“ verleihen, was so viel heißt wie Herrscher oder Machthaber.
Die LDPR habe vorgeschlagen, den Begriff „Präsident“ zu ersetzen, da er in Russland noch nicht „vollständig verwurzelt“ sei, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti. Mit ihrem Vorschlag will sich die rechtsextreme Partei mit dem irreführenden Namen auch von den USA abgrenzen. Dort sei der Begriff Ende des 18. Jahrhunderts entstanden und habe sich erst viel später weltweit verbreitet.
Für Russen „verständlicher“
Man könne ihn also getrost durch „Herrscher“ ersetzen, was „verständlicher für das russische Ohr“ sei, argumentiert die LDPR in ihrem Antrag. Zwar saßen im Kreml jahrhundertelang autoritäre Machthaber, einen Präsidenten gibt es aber immerhin auch schon seit mehr als 30 Jahren.
Der im April verstorbene frühere Parteichef und Ultranationalist Wladimir Schirinowski hatte in der Vergangenheit schon mehrmals vorgeschlagen, das Staatsoberhaupt fortan „Oberster Herrscher“ zu nennen, um ausländische Begriffe als offizielle Bezeichnungen aus Russland zu verbannen.
Putin verglich sich mit Zar
Ein entsprechender Antrag wurde zuletzt im russischen Parlament abgelehnt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte damals, Wladimir Putin habe keine Meinung zu dem Vorschlag. Wie Putin, der selbst Mitglied der Partei „Einiges Russland“ ist, jetzt dazu steht, ist nicht bekannt. Möglicherweise ist er dem Titel nicht abgeneigt: Im April verglich er sich mit Zar Peter dem Großen. Dessen Feldzug gegen die Schweden sei gleichzusetzen der mit Invasion in der Ukraine - den es gehe bei beidem um das „Rückholen russischer Erde“.
Ausländische Wörter sollen Berichten zufolge auch von der von Russland 2014 annektierten Krim verbannt werden. Man bereite ein Wörterbuch vor, in dem aus dem Englischen entlehnte Begriffe durch russische Varianten ersetzt werden sollen, sagte Wladimir Konstantinow, Vorsitzender des Regionalparlaments, dem Sender „Krim 24“. Man müsse der „Dominanz von Fremdwörtern“ ein Ende setzen, da sie „gefährlich für unsere Kultur und Sprache ist“, meinte er.














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