25.06.2022 11:50 |

Wanderrouten

Rundumblick lohnt den steilen Aufstieg

Der Hennekopf ist ein absolut lohendes Ziel für Wanderer: Vom Silvretta Stausee gelangt man über ein sonniges Hochplateau zum Gipfel.

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Der Hennekopf ist ein 2704 Meter hoher Berg in der Silvretta, der sich auf dem Gemeindegebiet von Galtür (Tirol) befindet und vor allem als Ziel für Skitourengeher bekannt ist. Doch auch im Sommer lohnt sich die Wanderung auf den Gipfel, wird man doch mit einem fantastischen Panoramablick belohnt. Ausgangspunkt für die Tour ist die Bielerhöhe (2037 m) auf der Vorarlberger Seite der Silvretta. Der Pass verbindet das Montafon mit dem Tiroler Paznaun und ist der höchstgelegene anfahrbare Punkt der Silvretta Hochalpenstraße.

Fakten

Daten & Fakten
Typ: hochalpine Wanderung
Dauer: 4.5 bis 5 Stunden
Aufstieg: ca. 650 Hm
Ausgangspunkt: Silvretta-Stausee, Bielerhöhe
Anforderung: gute Grundkondition, Trittsicherheit, Orientierungsvermögen
Ausrüstung: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle, Wanderstöcke, Tagesrucksack mit Jause und Getränken, Sonnenschutz, dem Wetter angepasste Kleidung Einkehrmöglichkeiten: Gastronomie auf der Bielerhöhe - Silvretta-Haus, Restaurant Silvrettasee, Berggasthof Piz Buin, Madlenerhaus,
öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 85 S vom Bahnhof Schruns
Info: die Silvretta-Hochalpenstraße ist mautpflichtig (18 Euro Tageskarte für Pkw)

Silvretta Stausee als türkis leuchtender Magnet
Im Bereich der Passhöhe befinden sich Einkehrmöglichkeiten, ein Hotel sowie das Madlenerhaus, ein Stützpunkt der illwerke vkw. Beliebt ist dieser Abschnitt der Hochalpenstraße vor allem wegen dem türkis schimmernden Silvretta Stausee. Vom Wanderparkplatz beziehungsweise der Bushaltestelle geht es zunächst ostseitig dem Damm des Stausees entlang in das Bieltal. Am Eingang des Tales wird der Bach im Bereich der Wasserfassung gequert und man folgt einem schmalen Trampelpfad (Jamtal-Hütte Weg) taleinwärts in Richtung Getschnerscharte.

Fakten

Gemeines Fettkraut
Das Gemeine Fettkraut, auch Gewöhnliches Fettkraut oder Kiwitzfettkraut genannt, ist eine mehrjährige, fleischfressende Pflanze. Der karnivoren Lebensweise entsprechend ist das Wurzelwerk sehr schwach ausgebildet. Mehrere fleischige, gelbliche bis hellgrüne, länglich-elliptische Blätter bilden eine flach am Boden liegende Rosette von bis zu 16 Zentimetern Durchmesser. An ihrer Oberfläche sind die Blätter von klebrigem Fangsekret bedeckt, mit dem kleine Insekten (z.B.: Ameisen, Trauermücken) sowie Pollen gefangen und anschließend durch Enzyme verdaut werden. Ab Mai bis August bringt das Fettkraut rosa-violette Blüten mit weißem Schlundfleck hervor. Das Fettkraut gedeiht auf nassen, sauren Böden und kommt oft in Quell- und Niedermoor-Gesellschaften vor. Die Pflanze ist in Europa im Rückgang begriffen, da ihr Lebensraum zunehmend schwindet.

In diesem Abschnitt sind die Wegmarkierungen oftmals ausgeblichen, Hinweisschilder gibt es keine, sodass man sich auf den Pfad, der oft nicht mehr als eine Trittspur ist, konzentrieren muss. Der erste steile Anstieg führt nun über die linke Flanke des Bieltals hinauf auf den Grat und weiter auf eine Hochebene. An schönen Tagen kann dies eine sehr schweißtreibende Angelegenheit sein. Der Blick zurück zum Silvrettasee sowie die Vielzahl der blühenden Alpenblumen entlang des Weges entschädigen für die Mühen.

Bei warmen Temperaturen versprühen Alpenrose und Alpen-Klee zudem einen angenehm süßlich-blumigen Duft. Der Alpenklee kommt besonders in den Silikatketten der zentralen und südlichen Alpen vor und gedeiht am besten auf kalkfreien, sauren sowie mäßig stickstoffhaltigen Böden. Die Pflanze lockt nicht nur zahlreiche Insekten an, sondern ist auch ein beliebter Leckerbissen für Kühe, Schafe und Murmeltiere. Nachdem der erste Anstieg geschafft ist, trifft man auf ein einsames Hinweisschild, dass die ungefähre Richtung zum Hennekopf weist.

Aufgeschichtete „Steinmännchen“ markieren den unscheinbaren Weg. Nun wird im mäßigen aber steten Anstieg eine von Rinnsalen durchzogene Hochebene gequert. Dort ist es mitunter völlig windstill und entsprechend warm. In diesem steinigen Lebensraum fühlt sich die Bergeidechse wohl. Das kleine Reptil ist mit seiner braun-grauen Färbung perfekt getarnt, einen Blick auf die Tiere erhascht man nur, wenn sie wieselflink über den Wanderpfad huschen. Die Bergeidechse ist das am weitesten verbreitete Reptil der Erde. Die Tiere sind ausgesprochen tolerant gegenüber Kälte und überstehen sogar kurzzeitiges Gefrieren von bis zu 50 Prozent ihrer Körperflüssigkeit. Außer in Wien kommt die Reptilienart in allen Bundesländern Österreichs vor, die Verbreitungsschwerpunkte liegen jedoch im Alpen- und Voralpenraum sowie dem nördlichen Granithochland (Waldviertel/Mühlviertel).

Steiler Pfad zum Gipfelkreuz
Nachdem man das Hochplateau über ein Geröllfeld ansteigend verlassen hat, ist der Weg zum Hennekopf nun deutlich sichtbar. Der Blick weitet sich in alle Richtungen. Es geht vorbei an den schön gelegenen Hennenseen, in denen teilweise noch Schneebrocken treiben. Steil und gerölldurchsetzt ist der Pfad zum Gipfelkreuz, welches 1993 errichtet worden ist. Nach einem Eintrag im Gipfelbuch hat man sich eine Rast redlich verdient und kann dabei die fantastische Aussicht in Richtung Tirol, Silvrettasee sowie auf den Hennebergferner genießen. Retour geht es anschließend über denselben Weg.

Rubina Bergauer
Rubina Bergauer
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