23.06.2022 06:00 |

So schützen Sie sich

Einbrecher-Hochsaison: Urlaubszeit ist Täterzeit

Wenn wir in den Flieger steigen, steigt die Gefahr, dass währenddessen bei uns zu Hause eingebrochen wird. Im Gegensatz zu den vergangenen Corona-Jahren schnellt jetzt die Zahl der Delikte rasant in die Höhe.

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Durchatmen, nach langer Vorfreude geht es in den wohlverdienten Urlaub. So geht es aktuell vielen Österreichern, die nach den Pandemiejahren endlich nach Lust und Laune verreisen können. Andere freuen sich im wahrsten Sinne des Wortes diebisch über verwaiste Häuser und Wohnungen mit ihren überquellenden Briefkästen und geschlossenen Rollos. Denn eines wird nun klar: Mit dem Fall der Beschränkungen fallen auch jegliche Hemmungen der Einbrecher.

Dabei wirkte das „Handwerk“ des Einbrechers zeitweise fast schon wie ausgestorben. 2014 schlugen sie in Österreich 17.110 Mal zu, bis 2019 sank die Zahl der Delikte auf 8835. Ein europaweiter Trend, der sich laut Hans-Peter Seidl, Chef der Abteilung Einbruch im Bundeskriminalamt, nicht vollständig erklären lässt.

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Normalerweise sind in den Sommermonaten nicht so viele Profis unter den Einbrechern unterwegs. Wie man aktuell beobachten kann, scheint sich das heuer eklatant zu ändern.

Chefinspektor Hans-Peter Seidl

Zahl der Delikte schnellt rasant in die Höhe
Wahrscheinlich sei, dass die Täter das illegale „Gewerbe“ gewechselt hätten. In der Pandemie sank die Zahl weiter, da viele Einbrecher schlicht an den Reisebeschränkungen scheiterten. Nun sind sie aber zurück: Während normalerweise der Spätherbst die Hauptsaison bildet, dürften sich die Langfinger jetzt die Reisetätigkeit von Herrn und Frau Österreicher zunutze machen. Im Bundeskriminalamt beobachtet man de facto live mit, wie die Zahlen nach oben schnellen.

Waren es im April und Mai 2021 nur 180 Delikte, wurden im selben Zeitraum heuer bereits 400 Wohnungen und Häuser geknackt. Die Steigerungen betreffen sowohl versuchte wie auch vollendete Einbrüche - das Vor-Corona-Niveau von 2019 könnte sogar übertroffen werden!

Wie Sie sich schützen

Karl Brunnbauer war Obmann von „Pro Nachbar“ und ist Sicherheitsexperte. Seine Tipps:

  • Vermeiden Sie im Urlaub Hinweise auf Abwesenheit, z.B.: ungeleerte Briefkästen, geschlossene Vorhänge und Rollläden, Mitteilungen auf dem Anrufbeantworter und ungemähten Rasen.
  • Informieren Sie Freunde, Familie oder die Nachbarn über etwaige Alarmanlagen oder Schaltautomaten für die Raumbeleuchtung.
  • Lassen Sie Ihr Haus oder die Wohnung mithilfe von Nachbarn möglichst bewohnt erscheinen.
  • Schließen Sie alle Türen zweimal ab, und lassen Sie keine Fenster und keine Balkontüren gekippt.
  • Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel gehören weggesperrt oder ansonsten mit Seilen oder Ketten gesichert. Denn diese sind für Einbrecher verlockende Aufstiegshilfen.
  • Wertgegenstände sollten Sie nicht bei sich zu Hause, sondern besser in einem sicheren Bankschließfach deponieren.
  • Verstecken Sie Ihre Schlüssel nie außerhalb Ihres Hauses.

Interessant: Im Sommer ändern sich die Wochentage, an denen zugeschlagen wird. Im Herbst und Winter meist von Donnerstag bis Sonntag, im Sommer jeder Tag. Auch Uhrzeiten verschieben sich. Häuser werden zu Mittag und um Mitternacht geplündert, in Wohnungen bedeuten Mittag und früher Nachmittag Hochzeit für Einbrecher.

Bewohnern von Mehrparteienhäusern rät Seidl, nicht jedem zu öffnen, wenn es unten klingelt. Es könnten auch Einbrecher sein, die dann die Wohnung der Nachbarn ausräumen ...

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