Vorarlbergs Älpler gehen mit gemischten Gefühlen in die anstehende Alpsaison. Die Sorge um das Vieh trübt die Vorfreude bei den Landwirten merklich.
Vorarlberg ist ein Land der Alpwirtschaft, rund zwei Fünftel der Gesamtfläche sind Alpgebiet. Jedes Jahr verbringen fast 40.000 Tiere den Sommer auf einer der 517 bewirtschafteten Alpen. Dank der Dreiphasenwirtschaft ist über die Jahrhunderte eine ökologisch wertvolle Kulturlandschaft entstanden, die ihresgleichen sucht. Von diesem Idyll profitiert nicht zuletzt der Tourismus. Das wird auch durch eine von „Tourismus Monitor Austria“ durchgeführte Analyse belegt: Befragt nach den Gründen für einen Urlaub in Vorarlberg, nannten die Gäste zuvorderst die Bergwelt, das exzellente Angebot an Wanderwegen und die reizvolle Landschaft.
„Dieses Landschaftsbild ist stark von der Alpwirtschaft geprägt. Die Pflege und Erhaltung der Landschaft ist folglich eine der wichtigsten Schnittstelle zwischen Alpwirtschaft und Tourismus“, betont Landesrat Christian Gantner. Während die Bewirtschaftung des „obersten Stockes“ nicht zuletzt dank üppiger Förderungen zumindest mittelfristig gewährleistet scheint, tun sich an anderen Fronten neue Probleme auf: Da wäre zum einen die Angst, dass sich die Rinder auf den Alpen mit der Tierseuche TBC anstecken. „Nur durch eine starke Absenkung des Wildbestandes kann diese Gefahr vermindert werden“, sieht Gantner vor allem die Jägerschaft in der Pflicht.
Die Pflege und Erhaltung der Landschaft ist eine der wichtigsten Schnittstelle zwischen Alpwirtschaft und Tourismus
Christian Gantner
Und zum anderen macht die Rückkehr der großen Beutegreifer den Älplern Sorgen - das gilt vor allem für den Wolf, der hierzulande mehrfach Schafe und Ziege gerissen hat. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger gibt sich als Hardliner: Das dicht besiedelte Vorarlberg sei kein Lebensraum für den Wolf, die Wolfsstrategie gehöre abgeändert. Soll meinen: Problemtiere sollten abgeschossen werden dürfen.
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