Großoffensive im Osten

Russische Angriffe auf über 40 Städte im Donbass

Ausland
26.05.2022 13:59

Die russischen Truppen treiben offenbar ihre Großoffensive im Osten der Ukraine weiter voran. Das ukrainische Militär meldete in der Nacht auf Donnerstag den Beschuss von mehr als 40 Städten. Am Mittwochabend räumte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache die deutliche Überlegenheit russischer Einheiten ein. Die eigenen Einheiten würden der „äußerst gewalttätigen Offensive“ jedoch standhalten, sagte er.

Laut ukrainischen Angaben wurden Dutzende Städte in der Volksrepublik Donezk (ein proklamiertes De-facto-Regime, das nur von Russland und Syrien anerkannt wird; Anm.) und in der Verwaltungseinheit Luhansk angegriffen. Im Fokus der russischen Streitkräfte steht offenbar die strategisch wichtige Industriestadt Sewerodonezk am Ostufer des Flusses Siwerskyj Donez und ihre Zwillingsstadt Lyssytschansk an dessen Westufer.

Die Situation sei „sehr schwierig“, es gebe „bereits Kämpfe in den Vororten“, berichtete Gouverneur Serhij Gajdaj am Mittwoch in Online-Netzwerken. „Die russischen Truppen sind bereits so nahe herangerückt, dass sie Mörsergranaten abfeuern können.“ Nach Einschätzung des Gouverneurs „könnte die kommende Woche entscheidend sein“.

Stadt Sewerodonezk von drei Seiten „eingekesselt“
Aus Kreisen prorussischer Kämpfer, die Moskaus Soldaten unterstützen, hieß es am Mittwochabend, Sewerodonezk sei mittlerweile von drei Seiten „eingekesselt“. Die einzige Brücke zum Verlassen der Stadt sei inzwischen unter russischer Kontrolle, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Diese Angaben waren zunächst nicht zu überprüfen.

Kiew spricht von „sehr schwierigem Moment an der Front“
Die Regierung in Kiew sieht ihre Truppen derzeit in einem „sehr schwierigen Moment an der Front“. Vor allem im Donbass im Osten des Landes gebe es erbitterte Kämpfe, erklärte Außenminister Dmytro Kuleba am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Der Kampf um den Donbass ist sehr ähnlich wie die Kämpfe im Zweiten Weltkrieg. Einige Dörfer und Städte, sie existieren einfach nicht mehr“, sagte Kuleba in der Schweiz. „Sie wurden durch russisches Artilleriefeuer und russische Raketenwerfer-Systeme in Schutt und Asche gelegt.“

Laut Angaben Kulebas benötige die ukrainische Armee dringend Raketenwerfer-Systeme, um den russischen Angreifern Paroli bieten zu können. Russland sei der Ukraine bei schweren Waffen überlegen, führte der Außenminister in Davos aus. Den größten Nachteil hätten Kiews Truppen aber bei Mehrfachraketenwerfer-Systemen.

Schwere Luftangriffe auf Motorenwerk und Bahnhöfe
Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei den schweren Luftangriffen auch ein ukrainisches Motorenwerk und mehrere Bahnhöfe attackiert. Laut Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums in Moskau wurde auch der Bahnhof der städtischen Siedlung Pokrowske im Gebiet Dnipropetrowsk von Raketen getroffen. Ziel des Angriffs hier sei ein Truppentransport von ukrainischen Reservisten gewesen, die auf dem Weg in die Donbass-Region waren.

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