26.05.2022 21:31 |

Millionen vom Bund

Geld für S-Bahn-Tunnel: Hängt Salzburg Graz ab?

Die Grazer Rathaus-Koalition hat sich festgelegt: Eine teils unterirdische S-Bahn-Linie soll die Verkehrsprobleme in der Landeshauptstadt lösen. Ähnliche Pläne gibt es auch in Salzburg. Ein Überblick über beide Projekte.

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Die beiden Landeshauptstädte Graz und Salzburg haben derzeit ähnliche Diskussionen beim Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Dabei gehen sie bei vielen Gemeinsamkeiten aber durchaus unterschiedliche Wege. Die „Krone“ hat sie sich näher angeschaut.

Varianten-Entscheidung: In Graz hat der ehemalige ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl die Diskussion im Vorjahr mit seinen Plänen für eine Mini-Metro angestoßen. Plötzlich legten alle Parteien Konzepte vor, Experten haben sie beurteilt. Die neue KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr hat sich nun gemeinsam mit den Koalitionspartnern (Grüne und SPÖ) für eine S-Bahn, die teilweise oberirdisch, zum Teil aber auch unter der Erde fährt, entschieden. Bis Ende des Jahres soll aus zwei Varianten - eine ist 6,3, die andere 7,4 Kilometer lang - eine ausgewählt werden.

Auch in Salzburg wurde jahrelang über bessere Öffi-Lösungen diskutiert. Erst nach der Landtagswahl 2018 und der Gemeinderatswahl 2019 fand sich die ÖVP in der Position, in beiden Verkehrsressorts gestalten zu können. Landesrat Stefan Schnöll trieb das Projekt voran, die Planungsgesellschaft wurde gegründet, Experten wurden für den sogenannten S-Link ins Boot geholt. Diese haben sich aus zahlreichen Varianten für die unterirdische Version entschieden.

Flussquerung: Sowohl in Salzburg (Salzach) als auch in Graz (Mur) sollen die Stadtflüsse unterirdisch gequert werden. Da haben Kritiker meist Bedenken.

Bürgerbeteiligung: In den vergangenen Wochen, seit die geplante Trasse in Salzburg bekannt ist, wird der Ruf nach einer Bürgerbefragung lauter. Diese haben etwa SPÖ, KPÖ, FPÖ und Neos gefordert.

In Graz ist am Dienstag genau das Gegenteil passiert. Da haben die regierenden Parteien klar gemacht, dass es - im Gegensatz zu allen bisherigen Erwartungen - zu keiner Befragung der Bürger kommen werde. Für die Beantwortung der komplexen Fragen habe man die Experten, so die für viele erstaunliche Begründung.

Kosten: Ein spannender Aspekt ist die Einschätzung der Projektkosten in Graz. Obwohl sich die Steirer noch zu keiner endgültigen Variante durchringen konnten und damit Detailplanungen ausstehen, schätzen sie die Kosten aus 2,1 bis 2,3 Milliarden Euro ein. Dabei hoffen sie auf eine Drittelfinanzierung aus Bund, Land und Stadt. Um die finanzielle Hilfe von Land und Bund zu erhalten, müssen aber auch die Umlandgemeinden ins Boot geholt werden. Das ist kein einfaches Unterfangen.

Da ist Salzburg bereits weiter: Mindestens die Hälfte zahlt der Bund, die andere Hälfte teilen sich Stadt und Land. Die Gesamtkosten sind noch offen, weil diese laut den Projekt-Verantwortlichen einfach noch nicht seriös beantwortet werden können. Dafür seien zu viele Fragen noch offen.

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