Eishockey-WM

Von 1:3 auf 5:3! Österreich schafft Klassenerhalt

Eishockey
23.05.2022 21:41

Welch ein Krimi, welch eine Nervenschlacht! Das Abstiegsduell zwischen Österreich und Großbritannien artete am Montag bei der Eishockey-A-WM in Tampere zu einem wahren Krimi aus. Das lange Zeit enttäuschende und auch konfus agierende ÖEHV-Team kämpfte sich im Schlussdrittel zurück ins Spiel, machte aus dem 1:3 ein 5:3 und entging so noch dem Abstieg. Der dramatische Abschluss eines in Summe starken Turniers! 

Vor dem Entscheidungs-Spiel stellte sich die Goalie-Frage - im Gegensatz zum Abstiegs-Drama 2019 gegen Italien, als David Kickert das Tor hütete, entschied sich Roger Bader diesmal für Bernhard Starkbaum als Nummer eins. Er traf damit die vollkommen richtige Wahl: Der 36-Jährige war von Start weg hellwach.

Was auch extrem wichtig war: Denn Österreich kam von Beginn weg nicht in die Gänge, agierte zu fehlerhaft und auch überhastet. Starkbaum musste mehrmals rettend eingreifen: Der Schlussmann war gegen Neilson zur Stelle (8.) und klärte in Minute 11 im Doppelpack: Zunächst entschärfte er Conways Versuch, wenig später zeigte er bei einem vom Kirchschläger abgefälschten Schuss ebenfalls eine Glanztat (11.).

Österreichs Torchancen waren Mangelware, Top-Chancen nicht darunter: Kasper zielte knapp daneben (7.), Keeper Bowns fuhr bei einem Wukovits-Schuss die Fanghand aus (13.). 59 Sekunden vor Ende des Startdrittels schlug es - nachdem Starkbaum auch gegen Mosey (16.) Sieger geblieben war - im zweiten Unterzahl-Spiel (umstrittene Strafe gegen Ganahl) bei Starkbaum ein: Über Richardson und Perlini landete der Puck bei Myers, der aus kurzer Distanz einschoss (20.).

Der 13. Torschuss der Briten - bei nur neun Abschlüssen Österreichs im ersten Drittel -, welcher den Druck auf das Bader-Team massiv erhöhte. Und es kam noch schlimmer - nach 1:57 Minuten des zweiten Abschnitts stand es 2:0: Dowd lenkte nach Neilsons Zuspiel den Puck mit der Kufe ins Tor. Die beiden Head-Referees sahen selbst nach Video-Studium keine aktive Kick-Bewegung!

Starkbaum verhinderte mit weiteren Glanzparaden gegen die alleine heran stürmenden Myers (26.) und Conway (30.) den dritten Gegentreffer. Von Österreich kam offensiv weiter viel zu wenig bis gar nichts, man war in der Zuordnung immer öfter völlig von der Rolle: Auf der Gegenseite stellten Abschlüsse wie jener von Huber keine Gefahr für Bwons dar (31.).

Hook (34.) fand gegen konfuse Österreicher die nächste Solo-Chance vor - wieder klärte Starkbaum. Österreich fand nie ins Spiel und kein Rezept, um in die Nähe eines Anschlusstors zu kommen. Bader stellte im Schlussdrittel, Lebler rückte für Ganahl in die erste Sturmlinie. Bei Abschlüssen wie jenem von Unterweger fehlte der Nachdruck (43.), mit der ersten Strafe gegen Großbritannien (zwei Minuten für Batch) erwachte Österreich.

Nach 37 Sekunden des Überzahlspiels schlug es tatsächlich bei den Briten ein: Schneider spielte auf für Wukovits, der sofort abzog und auf 1:2 verkürzte (45.). Doch der Gegner schlug zurück: 88 Sekunden später nutzte Neilson die nächste Konfusion im Defensivspiel aus, zog allein auf Starkbaum und schloss zum 3:1 ab. 

Österreich steckte nicht auf, kam erneut heran: Heinrich schloss 69 Sekunden nach dem 1:3 entschlossen zum 2:3 ab (48.). Ein darauf folgendes Unterzahlspiel (Nissner auf der Strafbank) überstand das Bader-Team unbeschadet. Nun war endlich Leben im ÖEHV-Team, löste sich spät, aber doch auch die Verkrampfung. 

8:34 vor dem Minuten war Österreich vor den 3321 Zuschauern plötzlich gerettet: Raffl erkämpfte sich hinter dem Tor die Scheibe, Nissner kurvte vors Tor, schloss ab, von  Bowns prallte der Puck gegen Batch und vom Briten-Verteidiger ins eigene Tor - 3:3! Im Finish ging es hin her, in Gefahr geriet Österreich nicht mehr - 66 Sekunden war mit dem Treffer von Thomas Raffl der Klassenerhalt im Sack, Schneider legte mit dem Empty-Net-Tor  44 Sekunden vor Ende das 5:3 drauf!

Österreich - Großbritannien 5:3 (0:1,0:1,5:1)
Tampere, 3.321
Tore: Wukovits (45./PP), Heinrich (48.), Nissner (52.), Raffl (59.), Schneider (60./EN) bzw. Myers (20./PP), Dowd (22.), Neilson (47.). Strafminuten: 6 bzw. 2.

Österreich: Starkbaum - Maier, Unterweger; Zündel, Heinrich; B. Wolf, Hackl; Kirchschläger, Wimmer - Kasper, Haudum, Ganahl; Schneider, Nissner, Th. Raffl; P. Huber, Wukovits, Lebler; Schwinger, Achermann, Feldner

Großbritannien: Bowns - Tetlow, Richardson; O‘Connor, D. Phillips; Ehrhardt, Jones; Batch - Perlini, Conway, Mosey; Lake, Neilson, Dowd; Hook, Myers, J. Phillips; Ferrara, Lachowicz, Davies; Waller

Christian Reichel
Christian Reichel
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(Bild: KMM)



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