Wie geht es weiter mit dem Coronavirus? Droht im Herbst eine Killervariante? Gibt’s einen Sommer wie damals? Die „Kärntner Krone“ sprach mit dem einstigen Gesundheitsminister und international vernetzten Internisten Prof. Michael Ausserwinkler.
„Krone“: Der deutsche Gesundheitsminister Lauterbach sprach kürzlich von einer drohenden Killervariante im Herbst? Was ist da schon wieder los?
Pfof. Michael Ausserwinkler: Das ist maßlos übertrieben, es spricht nichts dafür. Das zeigen auch Daten aus Südafrika. Dort ist jetzt Herbst und es tut sich nichts außer einer Kombi zweier Varianten, die aber nicht schlimmer als Omikron sind. Das gilt bis deutlich in den September hinein.
Wird das heuer also ein Sommer wie damals?
Ja, eindeutig. Es gibt auch neue Studien, die zeigen, dass UV-Licht das Virus deutlich inaktiver macht.
Trotzdem sollen wir in manchen Bereichen noch Masken tragen. Wie sinnvoll ist das?
Masken sind im Sommer nicht sinnvoll, auch nicht in Räumen. Denn auch die Temperatur sorgt für eine geringere Überlebenszeit der Aerosole. Außer dort, wo sich Hochrisikopatienten aufhalten, etwa in Spitälern, Arztpraxen und Heimen. Nur ein Beispiel: Im Winter halten sich Viren in den Aerosolen mehrere Stunden, im Sommer acht Minuten.
Also alles bestens? Die Pandemie ist zu Ende?
Es bleiben schon noch Fragezeichen, etwa was in Tieren passiert. Und zwar nicht nur in Fledermäusen. Da können sich Varianten bilden.
Und die vierte Impfung? Ist die sinnvoll?
Da würde ich bis in den Spätsommer warten. Drei Impfungen sind vernünftig, drei Impfungen plus Infektion sind sogar noch einmal besser.
Werden wir im Winter wieder Lockdowns erleben?
Die Wahrscheinlichkeit für Lockdowns im nächsten Winter würde ich auf unter fünf Prozent einschätzen.
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