Brisanter Transfer

Hirscher schnappt sich Liensbergers Goldschmied

Vorarlberg
08.05.2022 08:55

Wer glaubte, dass im Frühling Ruhe in den alpinen Skizirkus einkehren würde, hat sich in diesem Jahr ordentlich getäuscht. Einerseits sorgen die Reformpläne von FIS-Präsident Johan Eliasch für Aufregung, andererseits der Einstieg von Marcel Hirschers Skischmiede „Van Deer“ - die vorerst keine ÖSV-Athleten ausrüsten wird. Jetzt kommen auch noch einige „Jobwechsel“ dazu, die nicht überall gerne gesehen werden...

Vor der Saison 2020/21 kehrte Raphael Hudler - nach einjähriger Pause - als Servicemann zu Katharina Liensberger zurück. „Ich bin total froh, dass Raphi wieder bei mir ist“, sagte die 25-Jährige damals. „Ich weiß genau wie er tickt und er weiß sehr gut wie ich funktioniere. So können wir gemeinsam in die gleiche Richtung arbeiten.“ Mit grandiosem Erfolg! Olympia- und WM-Gold, eine Slalom-Kristallkugel sowie drei Siege (und insgesamt elf Podestplätze) in den vergangenen beiden Weltcupsaisonen sind die Ausbeute des Erfolgsduos.

Das im neuen Winter allerdings getrennte Wege gehen wird. Grund: ÖSV-Poolservicemann Hudler wechselte mit Anfang Mai zu Marcel Hirschers Skischmiede „Van Deer“. Wie vor ihm bereits Sportdirektor Toni Giger - er ist als Red Bull-Angestellter für Marcel Hirschers Projekte zuständig - und Edi Unterberger. Der war zuletzt, in der von Giger aufgebauten, ÖSV-Forschungsabteilung für den Alpinbereich zuständig, gab seine jahrelange Erfahrung an Serviceleute - auch Hudler - weiter.

Ferdinand (li.) und Marcel Hirscher (r.) arbeiteten mit Edi Unterberger bereits bei Atomic Anfang der 10er-Jahre zusammen. (Bild: ATOMIC/skarwan.com)
Ferdinand (li.) und Marcel Hirscher (r.) arbeiteten mit Edi Unterberger bereits bei Atomic Anfang der 10er-Jahre zusammen.

„Hirscher und sein Team macht es sich einfach, wirbt uns die Leute einfach ab“, ist der neue ÖSV-Alpinchef Herbert Mandl alles andere als erfreut. „Einerseits ist dieses Vorgehen natürlich legitim, andererseits ist es aber definitiv nicht die feine Art.“ Zumal Hudler nicht der einzige Abgang ist - zwei weitere ÖSV-Servicekoryphäen wechselten mit Ende April ebenfalls zu Van Deer. „Solche Topleute eins zu eins zu ersetzen, ist unmöglich. Die gibt es am freien Markt gar nicht“, unterstreicht Mandl.

ÖSV-Alpinchef Herbert Mandl (Bild: Peter Weihs/Kronenzeitung)
ÖSV-Alpinchef Herbert Mandl

Dennoch wird mit Hochdruck daran gearbeitet, für Liensberger rasch eine Top-Lösung zu finden. Ob die bereits in der neuen Woche parat ist, wenn die Göfnerin erstmals nach ihrem Urlaub in Sölden wieder auf Schnee steht, ist aber fraglich. 

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