27.04.2022 06:00 |

Russland droht

Moldau in Ungewissheit: „Fühlen uns nicht sicher“

Russland droht Transnistrien mit einer Militäraktion. Die Republik Moldau beruft Sicherheitsrat ein. Bevölkerung und Flüchtlinge sind in Panik. Die „Krone“ berichtet aus Moldau. 

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Seine Mission in diesem Land war klar definiert. Flüchtlingskoordinator Michael Takács wollte sich, wie berichtet, ein Bild über die aktuelle Lage im ärmsten Land Europas machen - ein Bild darüber, wie es den Zustrom an Vertriebenen aus dem ukrainischen Kriegsgebiet bewältigt und um humanitäre Unterstützung zuzusagen.

Doch bereits am Abend seines ersten Tages im kleinen Nachbarland der Ukraine wurde die Reise von der Meldung überschattet, dass es zu Anschlägen in der, wenige Kilometer entfernten, von der Republik Moldau abgespaltenen Region Transnistrien gekommen sei.

Erste Einwohner flüchten aus Angst vor Krieg
An Tag zwei dann die Nachricht: Russland droht angeblich mit einer Militäraktion (die skurrile Begründung: Rumänien wolle Moldau annektieren). Ein sofort einberufener Sicherheitsrat kam zur Schlussfolgerung: Eskalation vermeiden! Fakt ist: Einwohner flüchten bereits aus dem abtrünnigen Gebiet aus Angst vor einem Krieg.

Zitat Icon

Wenn es zu weiteren Eskalationen kommt, wird es weitere humanitäre Unterstützung benötigen. Österreich steht hier bereit.

Michael Takács, Flüchtlingskoordinator

Was tatsächlich Montagabend passiert ist, weiß niemand. Die 27-jährige Elena (selbst geflüchtet aus der Ukraine) spricht von einer „Provokation Russlands“ - „um einen Einmarsch zu rechtfertigen“. Sie und ihre Mutter Svitlana (49) wollen weg aus der moldawischen Hauptstadt Chişinău, obwohl sie gerade eine Flucht hinter sich haben. „Wir fühlen uns nicht sicher hier.“

Anna (30) hat ebenso Angst, nicht um sich selbst, sondern um ihre Familie. „Wir sind nicht wie die Ukrainer, wir werden nicht kämpfen. Auch wenn sie kommen.“

Zitat Icon

Wir sind nicht wie die Ukrainer, wir werden nicht kämpfen. Auch wenn sie kommen.

Anna (30) aus Chisinau

Was auch immer passiert, in der Ukraine oder im eigenen Land: NGOs rechnen mit einem Worst-Case-Szenario für Moldau. Bedeutet: 500.000 weitere Flüchtlinge, derzeit laufen die Vorbereitungen für 50.000 Vertriebene pro Tag …

Sandra Ramsauer
Sandra Ramsauer
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).