22.06.2011 16:59 |

Tierschützer empört

Werden Ziesel für Wohnungen im 21. Bezirk geopfert?

Alarmstufe Rot herrscht derzeit bei Anrainern rund um das Floridsdorfer Heeresspital. Auf einem Feld beim Marchfeldkanal soll eine Wohnsiedlung entstehen, doch genau dort leben streng geschützte Ziesel, die dem Projekt im Wege sind. Überraschend haben nun erste Vorarbeiten begonnen, das hohe Gras wurde bereits teilweise abgemäht. In der Folge soll das Feld umgepflügt werden, berichten Anrainer. Soll das "Ziesel-Problem" damit aus der Welt geschafft werden?

Unklar ist, wie sehr diese Arbeiten den streng geschützten Nagern schaden. Die Umweltschutzabteilung des Rathauses (MA22) sieht keinerlei Gefahr. "Ziesel haben ihren Bau in bis zu zwei Meter Tiefe. Das Pflügen kann zwar die Eingänge verschütten, sonst passiert den Tieren nichts", heißt es dort. Maßnahmen? Keine!

Petrovic: "Dann gibt es ein gerichtliches Nachspiel"
Ganz anders Madeleine Petrovic, Präsidentin des Tierschutzvereines. Die Ziesel hätten gerade Junge und könnten sehr wohl verletzt oder getötet werden. Sollte auch nur einem Tier ein Haar gekrümmt werden, "erstatte ich Strafanzeige", so Petrovic, "dann gibt es ein gerichtliches Nachspiel."

Die Grün-Politikerin bezweifelt ehrbare Absichten der Projekt-Werber: "Wer jetzt ein Feld beackert, hat Böses im Schilde." Es geht um viele Millionen Euro. Auch die Stadt Wien hat ein Interesse daran, dass gebaut wird. Immerhin fördert sie die 950 Wohnungen. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. Sie hält das Projekt für überdimensioniert und fordert kleinere Gebäude.

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