24.04.2022 11:01 |

Es gibt Alternativen

Schweinehaltung auf Stroh oder Spaltenböden?

Über Haltungsformen bei Nutztieren wird viel diskutiert - vor allem nach dem Schweineskandal in einem bäuerlichen Betrieb im Bezirk Klagenfurt-Land. Warum Vollspaltenböden bei vielen Mastbetrieben beliebt sind, welche Vor- und Nachteile sie haben und welche Alternativen es dazu gibt - darüber berichten wir hier.

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Besonders in der Schweinemast gelten Vollspaltenböden als eine beliebte Haltungsvariante. Das hat auch einen bestimmten Grund: Der Arbeitsaufwand für den Boden ist gering. Durch die Bewegung treten die Tiere ihre Ausscheidungen durch die Spalten – daher muss der Mist auch nicht händisch weggeputzt werden.

Intelligente Tiere im Schweinestall
Wird jedoch zu wenig auf die Sauberkeit und die Haltung der Tiere geachtet, kann es schnell zu Erkrankungen und Tierleid kommen. Schweine sind außerdem nachweislich intelligent. „Sie sind sauber und sozial – sofern sie artgerecht gehalten werden. Der Großteil der Schweine in Österreich leidet jedoch in engen, dreckigen Ställen mit Vollspaltenböden. Stroh zum Wühlen, getrennte Bereiche zum Fressen, Liegen und Koten sowie Platz zum Bewegen gibt es dort leider nicht“, bestätigen Experten von Greenpeace.

Alternativen gibt’s einige:

  • Wie etwa Teilspaltenböden. Hier ist der Untergrund in Funktionsbereiche gegliedert: Die Nutztiere haben also einen Liegebereich mit Stroh ohne Spalten. Ein Teil des Bodens ist für die Ausscheidung perforiert.
  • Es geht jedoch auch ohne Spalten - mit Strohboxen zum Beispiel: Dabei ist die gesamte Fläche eingestreut, der Mist muss jedoch vom Landwirt entfernt werden.
  • Am schönsten haben es natürlich jene Schweine, die einen Stall mit Auslauf ins Freie haben. Im Inneren sind die Flächen mit Stroh versehen, der Kotbereich befindet sich meist draußen.

Tierwohl verursacht für Bauern Mehrkosten
Alternativen sind jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden: „In Österreich gibt es bereits einige Programme für mehr Tierwohl, an denen auch immer mehr Bauern teilnehmen. Fakt ist, dass mehr Tierwohl zusätzliche Kosten verursacht, die abgegolten werden müssen“, sagt Hans Mikl, Direktor der Landwirtschaftskammer.

„Politik, Verarbeiter und der Handel sind gefordert. Letzten Endes ist entscheidend, ob die Konsumenten bereit sind, für mehr Tierwohl mehr zu bezahlen.“ Problematisch sei vor allem, dass der Bund die Auflagen für heimische Produzenten ständig erschwere, während billiges Importfleisch Handel und Gastronomie überschwemmt. „Dabei werden die Haltungsbedingungen der Tiere nämlich nicht hinterfragt.“

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