22.03.2022 11:47 |

Vater meldet sich:

Anna Sorokin wollte „wie Paris Hilton leben“

„Ich bleibe lieber im Gefängnis, als bei meinen Eltern leben zu müssen“. Anna Sorokin schießt aus dem Knast der US-Einwanderungsbehörde ICE scharf gegen ihre Eltern. Mit ihrer SMS-Nachricht an die „Daily Mail“ reagierte die falsche Millionen-Erbin auf ein Interview ihres Vaters Vadim, der die Straftaten seiner Tochter als „unehrlich und unehrenhaft“ verurteilt und enthüllt hatte: „Anna wollte wie Paris Hilton leben, doch wir konnten ihr das nicht bieten“.

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Der gebürtige Russe telefoniert mit seiner Tochter in der ICE-Haltezelle zur Zeit drei bis vier Mal die Woche: „Jedes Gespräch endet immer damit, dass sie Geld verlangt. Ich habe ihr in der Vergangenheit schon Tausende von Dollar überwiesen. Sie hat immer noch nicht gelernt, mit ihren Finanzen hauszuhalten - nicht einmal im Gefängnis“.

Der 58-Jährige ist in seinem Vaterstolz gekränkt, weil „meine Tochter noch nie gesagt hat, dass sie mich liebt“. Stattdessen sieht sie ihren alten Herren als ihren privaten Bankautomaten an: „Sie sagt, ich bin deine einzige Tochter und du musst mir helfen und mir Geld geben. Ich kann das alles nicht allein stemmen.“

„Teurer Geschmack“
Anna Sorokin wurde am 23. Jänner 1991 im Moskauer Arbeitervorort Domodedovo geboren. Ihr Vater Vadim arbeitete als LKW-Fahrer, ihrer Mutter gehörte ein kleiner Gemischtwarenladen. Als Anna 16 war, siedelte die Familie nach Eschweiler bei Köln um. Vadim startete sein eigenes Geschäft als Heizungsinstallateur. Mit seinem „neuen Reichtum“ unterstützte er seine völlig verwöhnte Tochter. Als diese mit 17 ein Praktikum in Paris bekam, zahlten ihre Eltern ihr die Miete und ein Auto.

Vadim Sorokin: „Anna hatte immer schon einen teuren Geschmack und ich weiß nicht, wo der herkommt. Weil die Menschen in Eschweiler eher wenig Wert auf Luxusklamotten und den Jetset-Lifestyle legten, ist Anna zuerst nach London, dann nach Berlin und schließlich nach Paris gegangen“.

Weil ihr selbst diese Großstädte nicht gut genug gewesen seien, zog es Anna 2013 nach New York. Dort gaukelte sie der Big-Apple-High-Society vor, die in Deutschland geborene Millionenerbin Anna Delvey zu sein. So konnte sie ohne zahlen zu müssen in New Yorker Edelhotels übernachten und reiche Freunde zahlten ihr Reisen mit dem Privatjet. Insgesamt betrog sie Hotels, Banken und Freunde um 275.000 Dollar, weshalb sie für zwei Jahre ins Gefängnis wanderte. Ihre Familie erfuhr davon laut Vadim „aus dem Internet!“

Nicht kalt und gefühllos
Sorokin dementiert, dass seine Tochter so kalt und gefühllos ist, wie sie in der Netflix-Serie „Inventing Anna“ dargestellt wird: „Wir hatten so viel Spaß zusammen, als sie kleiner war. Ich hatte auch keine Beschwerden. Sie hat sich fast nie als Teenie auf Partys betrunken und hatte einen guten Freundeskreis. Sie schien sehr happy zu sein.“ Er selbst hat die Serie über seine Tochter noch nicht gesehen und hat auch wenig Interesse daran: „Was die Leute mir erzählt haben, ist, dass es nicht sehr faktisch sein soll - vieles ist ausgedacht“.

Annas alte Freundinnen leben noch alle in Eschweiler und sind inzwischen verheiratet, mit Kindern. Ein Leben, das Anna unbedingt entfliehen wollte. Vadim Sorokin: „Sie ist bislang nicht ein einziges Mal wieder zurückgekommen. Doch sie ist bei uns zu Hause jederzeit willkommen, wenn man sie aus Amerika nach Deutschland deportiert“.

Anna Sorokin kämpft weiter darum, in Amerika bleiben zu dürfen. Ihre Chancen sind gering. Ihr Vater fragt sich, was seine Tochter im Leben machen will: „Ich weiß nicht, was sie motiviert oder welche Dämonen in ihr leben. Ich glaube nicht, dass sie eine Mutter sein oder einen Job in einer Kleinstadt haben will. Ich wünsche mir für sie, dass sie endlich einen Platz für sich in dieser Welt findet“.

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