06.03.2022 11:00 |

Sanierung fast fertig

Synagoge Kobersdorf erstrahlt in neuem Glanz

Ein Symbol für das 1938 auf schreckliche Art und Weise untergegangene jüdische Leben im Burgenland ist die Synagoge Kobersdorf. Jetzt wurde das historische Gebäude renoviert.

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Jahrhunderte lang blühte im Burgenland die jüdische Kultur, die 1938 mit der Machtübernahme der Nazis ein jähes Ende fand. Davon betroffen war auch die jüdische Gemeinde Kobersdorf, deren Mitglieder in der Schoa ermordet wurden, sofern sie nicht ins sichere Ausland fliehen konnten. Die 1860 errichtete und 1895 bei einem Hochwasser schwer beschädigte Synagoge wurde vermutlich nur deshalb nicht von Nazis in Brand gesteckt, um das vis-à-vis gelegene Schloss nicht zu gefährden. Allerdings wurde das jüdische Gotteshaus als „Vereinsheim“ für die Schlägertruppen der SA verwendet und so entweiht. Nach der Befreiung Österreichs verfiel das Gebäude jahrzehntelang, trotz der Bemühungen eines Vereins, es zu erhalten. 2019 erwarb das Land die Synagoge und beschloss eine aufwändige Sanierung. Diese Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen.

„Es ist uns ein großes Anliegen, das jüdische Erbe unseres Bundeslandes zu bewahren. Mit dem Erwerb und der Sanierung der Synagoge sichern wir einen wertvollen und zerstörten Teil der burgenländischen Identität und setzen ein sichtbares Zeichen der Wiedergutmachung“, betonte Landeschef Hans Peter Doskozil bei der Besichtigung der beinahe fertig renovierten Synagoge. Mit dabei war auch Claudia Prutscher, Vizepräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde aus Wien.

Prutscher zeigte sich erfreut und beeindruckt davon, mit wie viel Liebe zum Detail der Innenraum des einstigen jüdischen Tempels wieder weitgehend in den Originalzustand versetzt wurde. In die Sanierung investierte das Land 3,5 Millionen Euro. Am 26. April soll die Synagoge als Kulturzentrum eröffnet werden.

Seit 1938 verschollen sind indes die 13 Tora-Rollen. Am 20. April 1938 vergruben Gemeindemitglieder die Heiligen Schriften auf dem jüdischen Friedhof in Kobersdorf. Die Lage dieses so genannten „Genisa-Grabes“ ist heute allerdings nicht mehr bekannt.

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