„Viel Kraft!“

Wienerinnen blicken voll Sorge in die Heimat

Von den 12.700 in Österreich lebenden Ukrainern wohnen 6849 in der Bundeshauptstadt. Auch 16.673 Russen sind in Wien zu Hause. Oft gibt es enge Freundschaften zwischen den Russen und den Ukrainern, die sich bei uns niedergelassen haben. Den Krieg empfinden Wahlösterreicher beider Seiten als schrecklich.

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So erlebt Julia Jugler, eine in Wien lebende Ukrainerin, die Eskalation: Seit 15 Jahren lebt und arbeitet die Ukrainerin Julia Jugler in Wien. Ihre Mutter, Oma und Tante leben in Tschernihiw, 150 Kilometer von Kiew nahe der weißrussischen Grenze. Als die Angriffe starteten, telefonierte die 40-Jährige sofort mit der Familie. „Es ist eine furchtbare Geschichte. Alle fühlen sich machtlos und verzweifelt“, sagt die Mama einer Tochter. Die Unruhe ihrer Verwandten und Freunde vor Ort war schon in den vergangenen Tagen sehr groß: „Viele machten Hamsterkäufe.“

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Menschen überlegen, wo sie sich beim Angriff verstecken sollen.

Die Ukrainerin Julia Jugler lebt in Wien.

„Die Menschen überlegen, wo sie sich im Falle eines Angriffs verstecken können, welche Schutzbunker es gibt und über welche Straßen sie im schlimmsten Fall flüchten würden“, berichtet die Wahl-Wienerin. „Viele Familien sind auch in Sorge, dass ihre Söhne an die Front müssen. Wenngleich die Bereitschaft, für das Land einzustehen, groß ist.“ Frau Jugler hat auch schon überlegt, ob sie die Familie zu sich holen soll: „Gerade für ältere Menschen ist Flucht derzeit keine Option.“ Ihren Landsleuten wünscht die Angestellte: „Viel Kraft, um all das durchzuhalten!“

Auch die in Wien lebende Russin Ekaterina Mucha sieht den Krieg als nicht gerechtfertigt an: Ekaterina Mucha ist in Sankt Petersburg geboren, lebt und arbeitet aber bereits seit mehr als 14 Jahren in der Bundeshauptstadt. Genau am Donnerstag war sie in der russischen Botschaft in Wien, um ihren Pass für immer zurückzugeben. Währenddessen ist es vor dem Gebäude bereits zu ersten Protesten gekommen. Erst kürzlich war die prominente Verlegerin für zwei Wochen in ihrer alten Heimat, um alle Formalitäten zu erledigen, weil sie jetzt ganz offiziell zur Österreicherin wird. „Ich verfolge die russischen Nachrichten täglich. Der Konflikt mit der Ukraine ist keine spontane Sache, sondern existiert bereits seit über 30 Jahren.“

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Es ist schrecklich. Ich hoffe, der Krieg geht schnell wieder zu Ende.

Die Russin Ekaterina Mucha lebt in Wien.

Dass die Angriffe jetzt so schnell gekommen sind, überrascht sie aber dennoch. Man dürfe nicht vergessen, sagt sie, dass Putin bereits seit mehr als 20 Jahren an der Macht ist und die Menschen in Russland fest hinter ihrem Präsidenten stünden. „Ich habe viele russische, aber auch ukrainische Freunde hier in Wien. Ich persönlich meine, dass es keine Rechtfertigung für diesen Krieg gibt, und hoffe und bete, dass es schnell wieder zu Ende geht. Ohne viele menschliche Verluste.“

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