04.02.2022 15:14 |

Vater wollte sie töten

Afghanin: Vor Taliban geflohen - jetzt Pornostar

Die Afghanin Yasmeena Ali lebte viele Jahre in ihrer Heimat Kabul unter der Taliban-Herrschaft. Mittlerweile arbeitet sie erfolgreich in Osteuropa als Pornostar, wofür sie ihr Vater sogar umbringen wollte. „Ich folge meinem Herzen und tue, was ich will, denn es ist mein Leben, mein Körper und mein Recht“, sagte die 28-Jährige in einem Interview. Auch auf Instagram geizt sie nicht mit ihren Reizen. 

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Die 28-Jährige sprach mit der „New York Post“ und sagte, dass sie sich trotz des angeblichen Versuchs ihres Vaters und ihres Cousins, sie zu ermorden, durch ihren Beruf, der ihr „nicht nur körperliche, sondern auch finanzielle Freiheit gibt“, gestärkt fühlt.

Der Erotikstar, der jetzt in Osteuropa lebt, sagte weiters, dass die Reise nicht einfach war, „vor allem, wenn man zu einer streng muslimischen Familie gehört“. 

Über neun Millionen Klicks auf Pornoseite
Als sie in der Branche anfing, sei sie überrascht gewesen, wie gut Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bezahlt werden. „Oft bekommen Frauen in anderen Branchen mit höheren Qualifikationen und Erfahrungen nicht den gleichen Gehaltsscheck oder Respekt wie ihre männlichen Kollegen.“ Über neun Millionen Mal wurden ihre Videos bereits auf der Plattform „Pornhub“ angesehen.

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Sollte ich den Islam verlassen, drohte mein Vater, mich zu töten, weil ich den Islam, die afghanische Kultur und die Familienehre beschmutzen würde.

Yasmeena Ali

Als Kind nach Großbritannien ausgewandert
Yasmeena Ali war noch ein Kind, als ihre Familie in den frühen 2000er-Jahren von Kabul nach Großbritannien auswanderte. Die „Toronto Sun“ berichtete, dass ihr Vater dort Asyl erhielt, weil er während der Kämpfe im Nahen Osten britische und US-amerikanische Truppen mit Übersetzungsdiensten versorgt hatte. Doch obwohl sie in England lebte, hatte die im Jahr 1993 Geborene nicht die Wahl, ein freies Leben zu führen. Denn es war von Zwängen geprägt, die streng-religiösen Vorstellungen ihrer Familie haben sie fast „ersticken“ lassen.

„Schande über Familie gebracht“
Es heißt, dass sie als Teenager ihr Zuhause verließ und einen jüdischen Fotografen, David Cohen, heiratete, bevor sie sich von ihrer Religion losriss und ihre Karriere als Pornostar begann. Mittlerweile sind die beiden verheiratet und leben in der Slowakei. 2020 geriet Yasmeena Ali in die Schlagzeilen, als Medien berichteten, dass ihr Vater angeblich einen Auftragskiller angeheuert hatte, um sie zu töten, da sie durch ihr Verhalten „Schande über die Familie gebracht“ habe.

„Meine Eltern haben mir immer Angst eingeflößt“
Im Gespräch mit der „New York Post“ sagte Ali, die Berichten zufolge jetzt den Namen Khadija Cohen verwendet: „Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie und sie haben mir nicht persönlich gesagt, was sie von meiner Karriere halten. Meine Eltern haben mir immer Angst eingeflößt - vor Gott, vor der Hölle, vor Bestrafungen. Sollte ich den Islam verlassen, drohte mein Vater, mich zu töten, weil ich den Islam, die afghanische Kultur und die Familienehre beschmutzen würde. Letzten Endes ist es mein Leben, und ich kümmere mich nicht um die Reaktionen der Leute auf meine Karriere. Ich folge meinem Herzen und tue, was ich will, denn es ist mein Leben, mein Körper und mein Recht.“

In dem Interview kritisierte sie außerdem die Taliban und beschuldigte ihre „heuchlerischen Mitglieder“, heimliche Pornoliebhaber zu sein. Sie fügte hinzu: „Es würde mich nicht überraschen, wenn sie Pornos schauten. Sexuell unterdrückte Gesellschaften sind irgendwie besessen. Wenn man sich anschaut, woher die meisten Zuschauer kommen, die meisten von ihnen kommen zum Beispiel aus dem Nahen Osten und Indien.“

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Die Taliban-Mitglieder sind heuchlerisch. Es würde mich nicht überraschen, wenn sie Pornos schauten.

Yasmeena Ali über die Taliban

Auch über die Menschen in Afghanistan sagte Ali: „Sie wollen nicht, dass Afghanistan für Pornos bekannt wird. Sie denken, sie besitzen meinen Körper und das, was ich mit meinem Körper tun kann, und ich habe kein Recht, ihn zu zeigen.“ Und sie stellt klar: „Ich war schon immer ein rebellischer Mensch. Mein Instinkt sagt mir, dass ich gegen alles sein muss, was versucht, mich zu unterdrücken.“

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